Net­ter­sheim 17. Juni 2026. Die nach­haltige Bewirtschaf­tung von Wald und Wild zählt zu den großen Her­aus­forderun­gen unser­er Zeit. Wie wichtig dabei ein enger Aus­tausch zwis­chen Jagd, Forstwirtschaft, Wis­senschaft und Grund­stück­seigen­tümern ist, wurde bei der Infor­ma­tionsver­anstal­tung zum The­ma „Rotwildbestände“ ein­drucksvoll deut­lich, zu der die Rotwild­hegege­mein­schaft Net­ter­sheim e.V. in das Holzkom­pe­tenzzen­trum Rhein­land ein­ge­laden hat­te. Zahlre­iche Jägerin­nen und Jäger, Waldbe­sitzer, Vertreter aus Ver­wal­tung und Forstwirtschaft sowie weit­ere Inter­essierte waren der Ein­ladung gefol­gt und sorgten für ein gut gefülltes Forum.

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Bere­its zu Beginn der Ver­anstal­tung wurde deut­lich, dass das The­ma weit über jagdliche Fragestel­lun­gen hin­aus­ge­ht. In sein­er Begrüßung betonte der Vor­sitzende der Rotwild­hegege­mein­schaft Net­ter­sheim, Wolf­gang Schmieder, die Bedeu­tung ein­er sach­lichen und fak­ten­basierten Diskus­sion über Rotwildbestände. Nur auf Grund­lage belast­bar­er Dat­en lasse sich ein nach­haltiges und ver­ant­wor­tungsvolles Wild­man­age­ment gestal­ten, das sowohl den Ansprüchen des Waldes als auch den Anforderun­gen an eine waidgerechte Jagd gerecht werde.

Auch Bürg­er­meis­ter Nor­bert Crump hob in seinem Gruß­wort die Bedeu­tung des Dialogs zwis­chen den unter­schiedlichen Inter­es­sen­grup­pen her­vor. Ger­ade in ein­er wal­dre­ichen Region wie der Eifel seien gegen­seit­iges Ver­ständ­nis und gemein­same Lösun­gen unverzicht­bar.

Ein beson­der­er Schw­er­punkt der Ver­anstal­tung lag auf mod­er­nen Meth­o­d­en der Wildbe­stand­ser­fas­sung. Ein­drucksvoll zeigte der Vor­trag zur Rotwildbe­stand­ser­fas­sung mit­tels Drohnen­tech­nolo­gie, welche Möglichkeit­en mod­erne tech­nis­che Ver­fahren heute bieten. Die vorgestell­ten Meth­o­d­en ermöglicht­en es, Bestände präzis­er, effizien­ter und nachvol­lziehbar­er zu erfassen als in der Ver­gan­gen­heit. Ger­ade vor dem Hin­ter­grund ein­er zunehmend daten­basierten Wild­be­wirtschaf­tung wurde deut­lich, welch­es Poten­zial in solchen inno­v­a­tiv­en Ansätzen steckt.

Naht­los daran schloss die Präsen­ta­tion der Ergeb­nisse aktueller Bestand­ser­he­bun­gen an. Die vorgestell­ten Zahlen und Auswer­tun­gen liefer­ten wertvolle Erken­nt­nisse über die Entwick­lung der Rotwild­pop­u­la­tion in der Region. Beson­ders inter­es­sant war die Ableitung prak­tis­ch­er Kon­se­quen­zen für die zukün­ftige Hege und Beja­gung. Dabei wurde deut­lich, dass Bestand­ser­he­bun­gen weit mehr sind als reine Daten­samm­lun­gen — sie bilden die Grund­lage für fundierte Entschei­dun­gen im Span­nungs­feld zwis­chen Wildbe­stand, Leben­sraum und Nutzung.

Große Aufmerk­samkeit erhielt auch der Vor­trag über die Wech­sel­beziehun­gen zwis­chen Wild und Veg­e­ta­tion. Hier wurde anschaulich dargestellt, wie eng Rotwild­dichte, Ver­biss­be­las­tung und Walden­twick­lung miteinan­der verknüpft sind. Die Ref­er­enten macht­en deut­lich, dass sich Fra­gen der Jagd längst nicht mehr isoliert betra­cht­en lassen. Vielmehr sind sie Teil eines kom­plex­en ökol­o­gis­chen Sys­tems, in dem Wild, Wald und Kli­ma unmit­tel­bar zusam­men­wirken.

Von beson­der­er Aktu­al­ität waren zudem die Aus­führun­gen zu den Anforderun­gen an Wildbestände im Rah­men der PEFC-Stan­dards. Dabei wurde erläutert, welche Rolle angepasste Schalen­wildbestände für eine nach­haltige und zer­ti­fizierte Wald­wirtschaft spie­len. Die Teil­nehmer erhiel­ten wertvolle Ein­blicke in die Anforderun­gen mod­ern­er Wald­be­wirtschaf­tung und die zunehmende Bedeu­tung objek­tiv­er Bew­er­tungs­maßstäbe.

Prax­is­nah und lebendig wurde es beim The­men­block zum wald­baulich ori­en­tierten Jagen. Hier stand die Frage im Mit­telpunkt, wie jagdlich­es Han­deln gezielt zur Entwick­lung sta­bil­er und kli­maan­pas­sungs­fähiger Wälder beitra­gen kann. Die Ref­er­enten bracht­en ihre langjähri­gen Erfahrun­gen aus Revier­prax­is und Forst­be­trieb ein und verdeut­licht­en, dass erfol­gre­iche Jagd heute mehr denn je strate­gis­ches Denken, Fach­wis­sen und enge Zusam­me­nar­beit erfordert.

Ein weit­er­er Höhep­unkt war die abschließende Podi­ums­diskus­sion. Unter fachkundi­ger Mod­er­a­tion wur­den unter­schiedliche Per­spek­tiv­en aus Jagd, Wis­senschaft und Forstwirtschaft zusam­menge­führt. Die Diskus­sion war geprägt von Sach­lichkeit, gegen­seit­igem Respekt und dem gemein­samen Willen, tragfähige Lösun­gen für die Zukun­ft zu entwick­eln. Ger­ade dieser offene Aus­tausch wurde von vie­len Teil­nehmern als beson­ders wertvoll emp­fun­den.

Die Res­o­nanz auf die Ver­anstal­tung fiel durch­weg pos­i­tiv aus. Viele Besuch­er zeigten sich beein­druckt von der hohen fach­lichen Qual­ität der Vorträge, der Aktu­al­ität der The­men sowie der Prax­is­nähe der Beiträge. Kom­plexe Zusam­men­hänge wur­den ver­ständlich ver­mit­telt und regten zu weit­er­führen­den Gesprächen an.

Ein beson­deres Lob galt der Rotwild­hegege­mein­schaft Net­ter­sheim e.V. als Ver­anstal­ter. Die Organ­i­sa­tion der Ver­anstal­tung war her­vor­ra­gend, der Ablauf pro­fes­sionell und die Auswahl der Ref­er­enten erstk­las­sig. Es ist der Hegege­mein­schaft gelun­gen, ein Forum zu schaf­fen, das Infor­ma­tion, Diskus­sion und Ver­net­zung in vor­bildlich­er Weise miteinan­der ver­band.

Die Ver­anstal­tung machte ein­drucksvoll deut­lich, dass nach­haltiges Wild­man­age­ment nur im Schul­ter­schluss aller Beteiligten gelin­gen kann. Net­ter­sheim set­zte damit ein starkes Zeichen für kon­struk­tiv­en Dia­log, fach­lichen Aus­tausch und gemein­schaftlich­es Han­deln — wichtige Voraus­set­zun­gen für eine zukun­fts­fähige Rotwild­hege in der Eifel.