
Die Rolle der Bienen bei der Bestäubung von Forstpflanzen in der Eifel ist vor allem vor dem Hintergrund der dortigen Baumartenzusammensetzung zu betrachten. Die Hauptbaumarten, die in der forstlichen Nutzung dominieren, sind fast ausschließlich windbestäubt. Dies betrifft insbesondere die Fichte (Picea abies), die in großen Teilen der Nordeifel im Rahmen historischer Aufforstungen verbreitet wurde, sowie die Kiefer (Pinus sylvestris) und die Tanne (Abies alba). Diese Nadelbaumarten bilden unscheinbare, nektarfreie Blüten, die keine Insekten anziehen, und sichern ihre Fortpflanzung durch eine enorme Pollenproduktion, die vom Wind verbreitet wird. Auch die naturnahen Hauptbaumarten der Eifelwälder – Rotbuche (Fagus sylvatica) und die Eichenarten Stieleiche (Quercus robur) und Traubeneiche (Quercus petraea) – sind wie Hainbuche (Carpinus betulus), Birke (Betula pendula), Schwarzerle (Alnus glutinosa) und Hasel (Corylus avellana) vollständig anemophil. Aus forstlicher Sicht bedeutet dies, dass Bienen für die Naturverjüngung und Samenbildung dieser Baumarten keine funktionale Bedeutung haben.
Gleichwohl gibt es in der Eifel forstlich relevante Baumarten, die von Insektenbestäubung abhängig sind und bei denen Bienen einen wichtigen Beitrag leisten. Hier sind vor allem die Lindenarten, Sommerlinde (Tilia platyphyllos) und Winterlinde (Tilia cordata), zu nennen. Linden werden in der Forstwirtschaft der Eifel gezielt als Mischbaumarten eingebracht, da sie bodenverbessernd wirken, klimaresilient sind und wertvolles Nutzholz liefern. Ihre Blüten sind reich an Nektar und Pollen und werden massenhaft von Honigbienen, Hummeln und Wildbienen besucht, was für eine erfolgreiche Samenbildung entscheidend ist. Ähnliches gilt für die Ahornarten, insbesondere Spitzahorn (Acer platanoides) und Bergahorn (Acer pseudoplatanus), die ebenfalls in naturnahen Mischwäldern und bei Aufforstungen zunehmend eine Rolle spielen. Auch sie sind auf die Bestäubungsleistung von Insekten angewiesen. Die Rosskastanie (Aesculus hippocastanum), die vor allem in siedlungsnahen Bereichen vorkommt, ist in forstlichen Aufforstungen zwar weniger bedeutend, doch ökologisch und für die Imkerei von Relevanz.
Darüber hinaus tragen Bienen in der Eifel indirekt zur forstlichen Zielsetzung bei, indem sie Sträucher und krautige Pflanzen des Unterstandes und Waldrandes bestäuben. Dazu zählen Arten wie Himbeere (Rubus idaeus), Brombeere (Rubus fruticosus) und Holunder (Sambucus nigra), die auf Verjüngungsflächen und Schlagfluren verbreitet sind. Ihre Bestäubung fördert die Frucht- und Samenbildung, was wiederum Nahrungsgrundlagen für Vögel und Säugetiere schafft und so die natürliche Sukzession und Biodiversität in Aufforstungsflächen unterstützt.
Zusammenfassend lässt sich für die Eifel feststellen, dass die überwiegende Zahl der klassischen Aufforstungs- und Hauptbaumarten windbestäubt ist und somit nicht von Bienen abhängt. Dennoch spielen Bienen eine zentrale Rolle für die erfolgreiche Fortpflanzung von ergänzenden Forstpflanzenarten wie Linde und Ahorn und tragen indirekt über die Bestäubung von Begleitgehölzen zur Stabilität, Biodiversität und langfristigen Resilienz der Wälder bei. Aus forstwirtschaftlicher Sicht sind sie daher zwar nicht für die Verjüngung der dominanten Baumarten relevant, wohl aber für die Entwicklung ökologisch stabiler, klimaanpassungsfähiger Mischwälder, die in der Eifel zunehmend an Bedeutung gewinnen.
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