Die Dou­glasie (Pseudot­suga men­ziesii) ist ein stark kern­bilden­der Nadel­baum, dessen Holz in Mit­teleu­ropa auf­grund sein­er mech­a­nis­chen Eigen­schaften, Dauer­haftigkeit und Viel­seit­igkeit eine hohe wirtschaftliche Bedeu­tung besitzt. Charak­ter­is­tisch für die Dou­glasie ist die aus­geprägte Dif­feren­zierung zwis­chen Splintholz und Kern­holz, die sowohl die optis­che Erschei­n­ung des Holzes als auch dessen tech­nis­che Eigen­schaften maßge­blich bes­timmt.

Das Kern­holz der Dou­glasie zeigt eine rötlich-braune bis rot­braune Fär­bung, die je nach Bau­mal­ter, Stan­dort und Wach­s­tums­be­din­gun­gen vari­ieren kann. Typ­is­cher­weise steigt die Farbin­ten­sität mit zunehmen­dem Alter des Baumes. Das Kern­holz ist reich an Harzen und extrak­tiv­en Stof­fen, die maßge­blich zu sein­er natür­lichen Dauer­haftigkeit beitra­gen. Es ist resistent gegen holzzer­störende Pilze, Insek­ten­be­fall und Wit­terung­se­in­flüsse, wodurch es sich her­vor­ra­gend für den Außen­bere­ich und tra­gende Kon­struk­tio­nen eignet. Die Dichte des Dou­glasienkern­holzes liegt je nach Stan­dort und Wach­s­tums­be­din­gun­gen typ­is­cher­weise zwis­chen 480 und 550 kg/m³ (frisch) bzw. 430 bis 500 kg/m³ (luft­trock­en), was ihm eine rel­a­tiv hohe Biege- und Druck­fes­tigkeit ver­lei­ht. Die mech­a­nis­che Belast­barkeit macht es beson­ders geeignet für den Brück­en­bau, Fach­w­erk, Pfäh­le, Ter­rassen­bret­ter und andere Kon­struk­tio­nen, bei denen Beständigkeit und Tragfähigkeit entschei­dend sind.

Im Gegen­satz dazu ist das Splintholz der Dou­glasie deut­lich heller (gel­blich bis weißlich) und nur schwach harzhaltig. Es ist weniger dicht (luft­trock­en typ­is­cher­weise 350–400 kg/m³) und zeigt eine gerin­gere Fes­tigkeit gegenüber Druck‑, Zug- und Biege­beanspruchung. Auf­grund sein­er hohen Hygroskopiz­ität nimmt das Splintholz leicht Feuchtigkeit auf, neigt zu Quel­lun­gen, Schrump­fun­gen und Riss­bil­dun­gen und ist sehr anfäl­lig für Fäul­nis, holzzer­störende Pilze und Insek­ten. In der Holznutzung wird das Splintholz daher meist für kurzfristige Anwen­dun­gen, indus­trielle Weit­er­ver­ar­beitung (Span­plat­ten, Holzw­erk­stoffe) oder als Faser­rohstoff genutzt, während das Kern­holz bevorzugt für lan­glebige, hochbe­lastete Anwen­dun­gen einge­set­zt wird.

Das Ver­hält­nis von Splint- zu Kern­holz bei der Dou­glasie ist deut­lich asym­metrisch zugun­sten des Kern­holzes. In aus­gewach­se­nen Bäu­men kann das Kern­holz mehr als 80–90 % des Stam­m­quer­schnitts aus­machen, während der Splint in der Regel nur 2–5 cm bre­it ist. Dieses Ver­hält­nis ist abhängig von Alter, Durchmess­er, Stan­dortbe­din­gun­gen und Wuchs­form des Baumes. Schnell­wüch­sige Dou­glasien auf nährstof­fre­ichen, feucht­en Stan­dorten neigen zu etwas bre­it­erem Splintholz, während ältere, langsam gewach­sene Bäume einen noch höheren Kern­holzan­teil aufweisen. Die deut­liche Abgren­zung zwis­chen Kern- und Splintholz lässt sich im Quer­schnitt des Stammes oft schon mit bloßem Auge erken­nen und ist gle­ichzeit­ig funk­tion­al rel­e­vant: Die unter­schiedlichen Holzeigen­schaften erfordern bei der Ver­ar­beitung und Trock­nung dif­feren­zierte Maß­nah­men, da das Splintholz zu stärk­eren Schwind- und Ver­w­er­fungser­schei­n­un­gen neigt, während das Kern­holz rel­a­tiv dimen­sion­ssta­bil bleibt.

Zusät­zlich unter­schei­den sich Splint- und Kern­holz in ihrer chemis­chen Zusam­menset­zung. Das Kern­holz enthält höhere Konzen­tra­tio­nen von Phe­nolen, Harzen und Lign­in­mod­i­fika­tio­nen, die seine Resistenz gegenüber biol­o­gis­chem Abbau erhöhen. Das Splintholz hat eine gerin­gere Konzen­tra­tion dieser Extrak­t­stoffe, wodurch es schneller von holz­ab­bauen­den Organ­is­men ange­grif­f­en wer­den kann. Diese chemis­chen Unter­schiede bee­in­flussen auch die Bear­beitung: Kern­holz lässt sich auf­grund seines höheren Harzge­halts schw­er­er hobeln, schleifen oder leimen, während das Splintholz leichter bear­beit­bar, aber weniger dauer­haft ist.

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Die Dou­glasie gilt auf­grund des hohen Kern­holzan­teils und der aus­geprägten Eigen­schaften des Kern­holzes als hochw­er­tige Bau- und Kon­struk­tion­sholzart. Für die Holzwirtschaft ist das genaue Wis­sen über das Ver­hält­nis von Splint- zu Kern­holz von zen­traler Bedeu­tung, da es nicht nur die mech­a­nis­che Belast­barkeit und Dauer­haftigkeit bes­timmt, son­dern auch die Trock­nungsstrate­gie, Lagerung, Weit­er­ver­ar­beitung und den wirtschaftlichen Wert des Holzes.