In diesem Artikel geht es um das “Who is Who” der­er, die sich dem The­ma Wald- und Forst gesellschaftlich wid­men. Um den Rah­men nicht zu spren­gen, wollen wir uns auf die bekan­ntesten Miet­spiel­er konzen­tri­eren.

Der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutsch­land e.V.) ist ein klas­sis­ch­er Umwelt- und Naturschutzver­band mit starkem poli­tis­chem und gesellschaftlichem Pro­fil. Wälder betra­chtet er primär als ökol­o­gis­che Ressource und als Teil über­ge­ord­neter Bio­di­ver­sitäts- und Kli­maschutzs­trate­gien. Seine Posi­tion­ierun­gen sind oft­mals schutzge­bi­et­sori­en­tiert, fordern eine stärkere Prozesss­chut­zori­en­tierung (d. h. die Ausweisung von Natur­wäldern ohne forstliche Nutzung) und zie­len auf eine ökosys­temare Gesamt­per­spek­tive ab. Der BUND agiert stark advoka­torisch gegenüber Poli­tik und Gesellschaft, weniger jedoch inner­halb der prak­tis­chen forstlichen Bewirtschaf­tung.

Die ANW (Arbeits­ge­mein­schaft Naturgemäße Wald­wirtschaft e.V.) hinge­gen ist eine fach­lich-pro­fes­sionelle Vere­ini­gung von Forstleuten, Wis­senschaftlern und Waldbe­sitzern, die sich dezi­diert der wald­baulichen Prax­is wid­met. Ihr Leit­bild ist das Konzept des Dauer­waldes nach Alfred Möller, das auf kon­tinuier­liche Bestock­ung, Plen­terung­sprinzip­i­en, stan­dort­gerechte Mis­chbau­marten­wahl und die Selb­streg­u­la­tions­fähigkeit des Ökosys­tems set­zt. Ziel ist eine ökol­o­gisch nach­haltige, aber zugle­ich ökonomisch tragfähige Form der Wald­be­wirtschaf­tung. Damit posi­tion­iert sich die ANW als forsttech­nisch ori­en­tierte Reform­be­we­gung inner­halb der Forstwirtschaft, die den Gegen­satz zwis­chen rein ertrag­sori­en­tiert­er Forstwirtschaft und strengem Naturschutz aufzulösen ver­sucht.

Die SDW (Schutzge­mein­schaft Deutsch­er Wald e.V.) schließlich fungiert primär als gesellschaftlich-ver­mit­tel­nde Organ­i­sa­tion im Bere­ich Wald­päd­a­gogik, Öffentlichkeit­sar­beit und Umwelt­bil­dung. Während sie eben­falls den Schutz des Waldes als Ziel for­muliert, liegt ihr Schw­er­punkt weniger auf forsttech­nis­chen Diskursen oder poli­tis­ch­er Lob­b­yarbeit, son­dern auf der Sen­si­bil­isierung der Bevölkerung. Instru­mente sind z. B. Baumpflan­za­k­tio­nen, die Ein­rich­tung von Schul­wäldern, didak­tis­che Pro­gramme und die sym­bol­is­che Repräsen­ta­tion des Waldes als Kul­turgut. Sie agiert somit eher sozio-päd­a­gogisch und ver­ste­ht sich als Brücke zwis­chen Wald, Gesellschaft und nachwach­senden Gen­er­a­tio­nen.

Dimen­sionBUNDANWSDW
Ziel­gruppePoli­tik, Gesellschaft, Öffentlichkeit, Umwelt­be­we­gungForstprak­tik­er, Waldbe­sitzer, ForstwissenschaftlerAll­ge­mein­bevölkerung, Kinder & Jugendliche, Schulen
Hand­lungs­feldUmwelt- und Naturschutz, poli­tis­che Lob­b­yarbeit, Klimapoli­tikWald­bauliche Prax­is, nach­haltige Bewirtschaf­tung, Dauer­wald­konzepteUmwelt­bil­dung, Öffentlichkeit­sar­beit, Pflan­za­k­tio­nen
Leit­bildUmwelt- und Naturschutz, poli­tis­che Lob­b­yarbeit, Klimapoli­tikDauer­wald, natur­na­he Wald­wirtschaft, stan­dort­gerechte Mis­chwälderErhalt des Waldes als Kul­turgut, Bewusst­seins­bil­dung
MethodikKam­pag­nen, Rechtsgutacht­en, poli­tis­che Stel­lung­nah­men, medi­ale PräsenzForstliche Leitlin­ien, prax­is­na­he Empfehlun­gen, Fach­ta­gun­gen, Net­zw­erkeBaumpflan­za­k­tio­nen, Schul­wälder, päd­a­gogis­che Pro­jek­te
Aus­rich­tungAdvoka­torisch, ökol­o­gisch-strate­gischForstlich-tech­nisch, prax­isori­en­tiertPäd­a­gogisch, gesellschaftlich-ver­mit­tel­nd
Zei­tho­r­i­zontLangfristiger Schutz durch poli­tis­che und gesellschaftliche Rah­menbe­din­gun­genDauer­hafte Walden­twick­lung durch kon­tinuier­liche Pflege und NutzungBewusst­sein und Bindung an den Wald in der näch­sten Gen­er­a­tion