Die Dou­glasie (Pseudot­suga men­ziesii) ist ein aus Nor­dameri­ka stam­mender Nadel­baum, der seit dem 19. Jahrhun­dert auch in Mit­teleu­ropa und damit in der Eifel angepflanzt wird. Ihre Nadeln sind ein wichtiges Bes­tim­mungsmerk­mal und zugle­ich ein Anpas­sungse­le­ment, das erk­lärt, warum die Dou­glasie in der Eifel so gut gedei­ht.

Die Nadeln sind zwis­chen zwei und vier Zen­time­ter lang, flach, weich und nicht stechend – ein deut­lich­er Unter­schied zur oft scharf wirk­enden Fichte. Sie sitzen spi­ralig am Zweig, wer­den aber durch eine kleine Drehung an der Basis so aus­gerichtet, dass sie seitlich abste­hen und den Zweig fast kamm­för­mig beblät­tern. Charak­ter­is­tisch sind die zwei weißlichen Spaltöff­nungsstreifen auf der Unter­seite, die aus zahlre­ichen Stom­a­ta beste­hen. Sie reg­ulieren den Gasaus­tausch und schützen die Nadel vor über­mäßiger Ver­dun­stung. Zer­reibt man die Nadeln zwis­chen den Fin­gern, ent­fal­ten sie einen frisch-zitron­i­gen Duft – ein Merk­mal, das ger­ade bei Waldspaziergän­gen in der Eifel auf­fällt.

Die Nadeln sind mit einem kleinen, „saug­napfähn­lichen“ Ansatz am Zweig befes­tigt. Wenn sie abfall­en, bleibt im Unter­schied zur Fichte keine spitze, raue Stelle zurück, son­dern eine glat­te Narbe. Dieser Unter­schied ist nicht nur für die Bes­tim­mung rel­e­vant, son­dern erk­lärt auch, warum Spaziergänger die Dou­glasie in der Eifel leicht von Ficht­en unter­schei­den kön­nen.

Im Zusam­men­hang mit der Eifel spielt der Auf­bau der Nadeln eine wichtige Rolle für die ökol­o­gis­che Anpas­sung: Das Mit­tel­ge­birge ist geprägt von eher kühlen Tem­per­a­turen, höheren Nieder­schlä­gen und sauren Böden. Die Nadeln der Dou­glasie sind so gebaut, dass sie auch bei Frost oder Trock­en­pe­ri­o­den Pho­to­syn­these betreiben kön­nen, ohne viel Wass­er zu ver­lieren. Die wach­sar­tige Cutic­u­la, die weißen Spaltöff­nungsstreifen und die lange Lebens­dauer der Nadeln (oft mehrere Jahre) machen den Baum beson­ders wider­stands­fähig. Diese Eigen­schaften haben dazu beige­tra­gen, dass die Dou­glasie heute als Ersatzbau­mart für die stark geschädigten Ficht­en­wälder der Eifel gilt. Während die Fichte zunehmend unter Borkenkäfer­be­fall und Kli­mas­tress lei­det, zeigen Dou­glasienbestände eine höhere Sta­bil­ität – und ihre Nadeln sind ein sicht­bares Zeichen dieser Anpas­sungs­fähigkeit.

Zusam­men­fassend sind die Nadeln der Dou­glasie weich, flach, mit weißen Spaltöff­nungsstreifen, charak­ter­is­tis­chem Zitrus­duft und ein­er speziellen Ansatz­form am Zweig. In der Eifel tra­gen diese Merk­male dazu bei, dass die Dou­glasie gut erkennbar ist, ökol­o­gisch sta­bil bleibt und inzwis­chen eine wichtige Rolle beim Umbau der Wälder spielt.

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Anatomischer Querschnitt der Douglasiennadel

  1. Cutic­u­la & Epi­der­mis
    Die äußer­ste Schicht der Nadel ist von ein­er wach­sar­ti­gen Cutic­u­la über­zo­gen. Diese Schicht ist wasser­ab­weisend und schützt vor Aus­trock­nung sowie vor Schad­stof­fen. In der Eifel, wo sowohl trock­ene Som­mer­pe­ri­o­den als auch saure Böden vorkom­men, ist diese Anpas­sung beson­ders nüt­zlich. Unter der Cutic­u­la liegt die Epi­der­mis, eine ein­schichtige Zel­l­lage, die die Nadel umschließt.
  2. Hypo­der­mis
    Direkt unter der Epi­der­mis liegt die Hypo­der­mis, beste­hend aus dick­wandi­gen Zellen. Sie ver­lei­ht der Nadel Fes­tigkeit und zusät­zlichen Ver­dun­stungss­chutz. Diese Schicht macht die Nadeln wider­stands­fähig gegenüber Wind und Wit­terung – in der Eifel wichtig, da auf den Höhen­la­gen (z. B. Hocheifel oder Hun­srück­rand) oft starke Winde herrschen.
  3. Spaltöff­nun­gen (Stom­a­ta)
    Vor allem auf der Nadelun­ter­seite befind­en sich in zwei charak­ter­is­tis­chen weißen Streifen die Spaltöff­nun­gen. Sie reg­ulieren den Gasaus­tausch für Pho­to­syn­these und Atmung. Die ver­tiefte Lage der Stom­a­ta und die Wach­sausklei­dung reduzieren den Wasserver­lust – ein Grund, warum Dou­glasien auch in den zunehmend trock­eneren Som­mern der Eifel sta­bil­er bleiben als Ficht­en.
  4. Harzkanäle
    In der Dou­glasi­en­nadel ver­laufen mehrere Harzkanäle, die mit Harz gefüllt sind. Dieses Harz wirkt antibak­teriell und anti­fun­gal und schützt die Pflanze vor Fraßfein­den. Der typ­is­che zitrusar­tige Geruch beim Zer­reiben der Nadeln hängt mit diesen Harzkanälen zusam­men. Ger­ade in der Eifel, wo Pilzkrankheit­en in feucht­en Lagen häu­figer auftreten kön­nen, ist das ein Vorteil.
  5. Assim­i­la­tion­s­parenchym (Mes­o­phyll)
    Das Mes­o­phyll ist das Gewebe, in dem Pho­to­syn­these betrieben wird. Es beste­ht aus pal­isadenar­tig ange­ord­neten Zellen, die viele Chloro­plas­ten enthal­ten. Durch die dichte Anord­nung wird auch bei geringer Licht­in­ten­sität – wie sie im schat­ti­gen Eifel­wald oft vorkommt – eine effiziente Pho­to­syn­these ermöglicht.
  6. Leit­bün­del
    Im Zen­trum der Nadel liegen ein bis zwei Leit­bün­del, die von einem Bün­delschei­degewebe umgeben sind. Diese trans­portieren Wass­er, Min­er­al­stoffe und die bei der Pho­to­syn­these gebilde­ten Zuck­er. Die Leit­bün­del sind durch die dick­wandi­gen umgeben­den Zellen mech­a­nisch geschützt – wichtig für die lange Lebens­dauer der Nadeln, die oft mehrere Jahre am Baum verbleiben.