Der Wolf ist zweifel­sohne ein faszinieren­des Raubti­er und in vie­len Regio­nen Deutsch­lands seit der Jahrtausendwende ein fes­ter Bestandteil des Ökosys­tems. Ent­ge­gen der Mei­n­ung viel­er Wolfs­fre­unde kann der Wolf allein die Prob­leme eines zu hohen Wildbe­standes nicht lösen. Ursäch­lich hier­für ist u.a. die Pop­u­la­tions­dy­namik des Wolfes. Wölfe benöti­gen große Ter­ri­to­rien (100–300 km² pro Rudel). In Gebi­eten mit hohem Wildbe­stand kön­nen nur begren­zt viele Wölfe leben, da sie sich gegen­seit­ig nicht tolerieren. Der Auf­bau ein­er sta­bilen Wolf­spop­u­la­tion dauert Jahre, und ihre Ver­mehrung ist begren­zt. Daher kann die Anzahl der Wölfe oft nicht schnell genug auf eine stark wach­sende Wild­pop­u­la­tion reagieren.

Die Bevorzugte Nahrung des Wolfes sind  leicht zu erlegende Beutetiere, oft junge, kranke oder alte Tiere. Das hil­ft, die Gesund­heit der Wildbestände zu verbessern, reg­uliert aber nur mar­gin­al deren Gesamtzahl.

In Mit­teleu­ropa bevorzu­gen Wölfe Rehe und Rotwild, während Schwarzwild weniger stark bejagt wird, da diese wehrhaft und schw­er­er zu erlegen sind.

Klimabe­d­ingt gibt es nahezu über­all ein Überange­bot an Nahrung für Wildtiere; dies sorgt trotz Wolf für hohe Wild­dicht­en.

Nahezu über­all kommt es in der Land­wirtschaft zu Über­grif­f­en durch Wölfe – sie greifen trotz hohem Wildbe­stand Nutztiere an, was zu Kon­flik­ten mit Land­wirten und Nutztier­hal­tern führt. Diese Kon­flik­te schränken die Akzep­tanz des Wolfes nicht zu Unrecht ein.

Ohne Ein­schränkung ist die Jagd das wichtig­ste unab­d­ing­bare Werkzeug, um Wildbestände zu reg­ulieren und einen kli­masta­bilen Wald zu gewährleis­ten. Wölfe kön­nen das Prob­lem nicht so  lösen, wie es men­schliche Jäger kön­nen.

Der Wolf kann Wildbestände auf natür­liche Weise bee­in­flussen und gesund erhal­ten, aber sie sind keine “All­heilmit­tel” für ein Über­pop­u­la­tion-Prob­lem. Eine effek­tive Lösung erfordert ein Zusam­men­spiel von natür­lich­er Raubtier­reg­u­la­tion, men­schlichem Wild­man­age­ment und ökol­o­gis­chen Anpas­sun­gen, um langfristig ein Gle­ichgewicht zu erre­ichen.