Der Wolf (Can­is lupus) war in Deutsch­land über viele Jahrhun­derte hin­weg stark ver­fol­gt wor­den und galt schließlich als aus­gerot­tet. Erst gegen Ende des 20. Jahrhun­derts kehrte er durch natür­liche Zuwan­derung aus Osteu­ropa wieder nach Deutsch­land zurück. Beson­ders seit den 2000er-Jahren bre­it­en sich Wölfe wieder in ver­schiede­nen Regio­nen aus. Diese Rück­kehr wurde vor allem durch strenge inter­na­tionale und europäis­che Schutzbes­tim­mungen ermöglicht. Grund­lage dafür waren unter anderem die Bern­er Kon­ven­tion sowie die Fauna‑Flora‑Habitat‑Richtlinie der Europäis­chen Union. Bei­de Regel­w­erke verpflicht­en die Mit­glied­staat­en, gefährdete Arten wie den Wolf zu schützen und ihre Pop­u­la­tio­nen zu erhal­ten.

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In Deutsch­land wurde dieser Schutz lange Zeit vor allem durch das Bun­desnaturschutzge­setz umge­set­zt. Der Wolf galt dort als „streng geschützte Art“. Das bedeutete, dass es grund­sät­zlich ver­boten war, Wölfe zu töten, zu fan­gen oder ihre Leben­sräume zu zer­stören. Abschüsse waren nur in Aus­nah­me­fällen möglich, etwa wenn einzelne Tiere wieder­holt Nutztiere ris­sen und andere Schutz­maß­nah­men nicht aus­re­icht­en. Durch diese Schutz­maß­nah­men kon­nte sich die Wolf­spop­u­la­tion in Deutsch­land deut­lich erholen. Heute leben wieder mehrere hun­dert Wölfe in ver­schiede­nen Rudeln, vor allem in Ost- und Nord­deutsch­land.

Mit der zunehmenden Aus­bre­itung der Tiere ent­standen jedoch auch Kon­flik­te, ins­beson­dere mit der Land­wirtschaft. In Regio­nen mit Wei­de­tier­hal­tung kommt es immer wieder zu Angrif­f­en auf Schafe oder Ziegen. Aus diesem Grund wurde in den let­zten Jahren inten­siv darüber disku­tiert, wie ein Gle­ichgewicht zwis­chen Arten­schutz und den Inter­essen von Land­wirten erre­icht wer­den kann. Im Zuge dieser Diskus­sio­nen wurde der Wolf schließlich in das Bun­des­jagdge­setz aufgenom­men. Damit gilt er grund­sät­zlich als jagdbare Tier­art. Das bedeutet jedoch nicht, dass Wölfe nun frei bejagt wer­den dür­fen. Auch weit­er­hin gel­ten strenge Vor­gaben aus dem Naturschutzrecht und aus europäis­chen Regelun­gen. Die Bun­deslän­der kön­nen jedoch unter bes­timmten Bedin­gun­gen leichter Maß­nah­men ergreifen, um prob­lema­tis­che Tiere zu ent­nehmen oder die Pop­u­la­tion region­al zu reg­ulieren.

Ein beson­deres Augen­merk liegt dabei auch auf Regio­nen, in denen sich der Wolf erst wieder ansiedelt, etwa in der Eifel. Dieses Mit­tel­ge­birge bietet durch seine großen Wald­flächen, seine ver­gle­ich­sweise geringe Bevölkerungs­dichte und ein reich­es Ange­bot an Wildtieren gute Lebens­be­din­gun­gen für Wölfe. In den let­zten Jahren wur­den dort immer wieder einzelne Tiere nachgewiesen, die aus benach­barten Regio­nen zuge­wan­dert sind. Dazu gehören beispiel­sweise Wölfe aus der Hohes Venn sowie aus anderen Teilen West­deutsch­lands. Fach­leute gehen davon aus, dass sich in der Zukun­ft auch feste Rudel in der Region etablieren kön­nten.

Die mögliche dauer­hafte Rück­kehr des Wolfs in die Eifel führt zu unter­schiedlichen Reak­tio­nen in der Bevölkerung. Naturschut­zor­gan­i­sa­tio­nen begrüßen die Rück­kehr der Art, weil sie ein Zeichen für funk­tion­ierende Ökosys­teme ist. Der Wolf spielt eine wichtige Rolle als Beutegreifer, da er beispiel­sweise die Bestände von Rehen oder Wild­schweinen bee­in­flusst und damit zur natür­lichen Reg­ulierung des Wildbe­standes beitra­gen kann. Gle­ichzeit­ig äußern Land­wirte und Wei­de­tier­hal­ter Sor­gen, weil sie höhere Risiken für ihre Tiere befürcht­en. Deshalb wer­den in der Region ver­schiedene Schutz­maß­nah­men disku­tiert und umge­set­zt, zum Beispiel wolf­s­ab­weisende Zäune oder der Ein­satz von Her­den­schutzhun­den.

Zusam­men­fassend lässt sich sagen, dass der Wolf in Deutsch­land weit­er­hin eine geschützte Tier­art ist, sein rechtlich­er Sta­tus jedoch angepasst wurde, um ein aktiveres Man­age­ment zu ermöglichen. Die Auf­nahme in das Jag­drecht soll es den Behör­den erle­ichtern, auf Kon­flik­te zu reagieren, ohne den langfristi­gen Schutz der Art zu gefährden. Beson­ders in Regio­nen wie der Eifel wird sich in den kom­menden Jahren zeigen, wie gut das Zusam­men­leben von Men­sch, Land­wirtschaft und Wolf funk­tion­ieren kann.