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Differenzierung forstlicher und gesellschaftlicher Akteure: BUND, ANW und SDW im Spannungsfeld von Schutz, Nutzung und Bildung

In diesem Artikel geht es um das “Who is Who” der­er, die sich dem The­ma Wald- und Forst gesellschaftlich wid­men. Um den Rah­men nicht zu spren­gen, wollen wir uns auf die bekan­ntesten Miet­spiel­er konzen­tri­eren.

Der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutsch­land e.V.) ist ein klas­sis­ch­er Umwelt- und Naturschutzver­band mit starkem poli­tis­chem und gesellschaftlichem Pro­fil. Wälder betra­chtet er primär als ökol­o­gis­che Ressource und als Teil über­ge­ord­neter Bio­di­ver­sitäts- und Kli­maschutzs­trate­gien. Seine Posi­tion­ierun­gen sind oft­mals schutzge­bi­et­sori­en­tiert, fordern eine stärkere Prozesss­chut­zori­en­tierung (d. h. die Ausweisung von Natur­wäldern ohne forstliche Nutzung) und zie­len auf eine ökosys­temare Gesamt­per­spek­tive ab. Der BUND agiert stark advoka­torisch gegenüber Poli­tik und Gesellschaft, weniger jedoch inner­halb der prak­tis­chen forstlichen Bewirtschaf­tung.

Die ANW (Arbeits­ge­mein­schaft Naturgemäße Wald­wirtschaft e.V.) hinge­gen ist eine fach­lich-pro­fes­sionelle Vere­ini­gung von Forstleuten, Wis­senschaftlern und Waldbe­sitzern, die sich dezi­diert der wald­baulichen Prax­is wid­met. Ihr Leit­bild ist das Konzept des Dauer­waldes nach Alfred Möller, das auf kon­tinuier­liche Bestock­ung, Plen­terung­sprinzip­i­en, stan­dort­gerechte Mis­chbau­marten­wahl und die Selb­streg­u­la­tions­fähigkeit des Ökosys­tems set­zt. Ziel ist eine ökol­o­gisch nach­haltige, aber zugle­ich ökonomisch tragfähige Form der Wald­be­wirtschaf­tung. Damit posi­tion­iert sich die ANW als forsttech­nisch ori­en­tierte Reform­be­we­gung inner­halb der Forstwirtschaft, die den Gegen­satz zwis­chen rein ertrag­sori­en­tiert­er Forstwirtschaft und strengem Naturschutz aufzulösen ver­sucht.

Die SDW (Schutzge­mein­schaft Deutsch­er Wald e.V.) schließlich fungiert primär als gesellschaftlich-ver­mit­tel­nde Organ­i­sa­tion im Bere­ich Wald­päd­a­gogik, Öffentlichkeit­sar­beit und Umwelt­bil­dung. Während sie eben­falls den Schutz des Waldes als Ziel for­muliert, liegt ihr Schw­er­punkt weniger auf forsttech­nis­chen Diskursen oder poli­tis­ch­er Lob­b­yarbeit, son­dern auf der Sen­si­bil­isierung der Bevölkerung. Instru­mente sind z. B. Baumpflan­za­k­tio­nen, die Ein­rich­tung von Schul­wäldern, didak­tis­che Pro­gramme und die sym­bol­is­che Repräsen­ta­tion des Waldes als Kul­turgut. Sie agiert somit eher sozio-päd­a­gogisch und ver­ste­ht sich als Brücke zwis­chen Wald, Gesellschaft und nachwach­senden Gen­er­a­tio­nen.

Dimen­sionBUNDANWSDW
Ziel­gruppePoli­tik, Gesellschaft, Öffentlichkeit, Umwelt­be­we­gungForstprak­tik­er, Waldbe­sitzer, ForstwissenschaftlerAll­ge­mein­bevölkerung, Kinder & Jugendliche, Schulen
Hand­lungs­feldUmwelt- und Naturschutz, poli­tis­che Lob­b­yarbeit, Klimapoli­tikWald­bauliche Prax­is, nach­haltige Bewirtschaf­tung, Dauer­wald­konzepteUmwelt­bil­dung, Öffentlichkeit­sar­beit, Pflan­za­k­tio­nen
Leit­bildUmwelt- und Naturschutz, poli­tis­che Lob­b­yarbeit, Klimapoli­tikDauer­wald, natur­na­he Wald­wirtschaft, stan­dort­gerechte Mis­chwälderErhalt des Waldes als Kul­turgut, Bewusst­seins­bil­dung
MethodikKam­pag­nen, Rechtsgutacht­en, poli­tis­che Stel­lung­nah­men, medi­ale PräsenzForstliche Leitlin­ien, prax­is­na­he Empfehlun­gen, Fach­ta­gun­gen, Net­zw­erkeBaumpflan­za­k­tio­nen, Schul­wälder, päd­a­gogis­che Pro­jek­te
Aus­rich­tungAdvoka­torisch, ökol­o­gisch-strate­gischForstlich-tech­nisch, prax­isori­en­tiertPäd­a­gogisch, gesellschaftlich-ver­mit­tel­nd
Zei­tho­r­i­zontLangfristiger Schutz durch poli­tis­che und gesellschaftliche Rah­menbe­din­gun­genDauer­hafte Walden­twick­lung durch kon­tinuier­liche Pflege und NutzungBewusst­sein und Bindung an den Wald in der näch­sten Gen­er­a­tion

Der Zitrusbaum der Eifel ?

Die Dou­glasie (Pseudot­suga men­ziesii) ist ein aus Nor­dameri­ka stam­mender Nadel­baum, der seit dem 19. Jahrhun­dert auch in Mit­teleu­ropa und damit in der Eifel angepflanzt wird. Ihre Nadeln sind ein wichtiges Bes­tim­mungsmerk­mal und zugle­ich ein Anpas­sungse­le­ment, das erk­lärt, warum die Dou­glasie in der Eifel so gut gedei­ht.

Die Nadeln sind zwis­chen zwei und vier Zen­time­ter lang, flach, weich und nicht stechend – ein deut­lich­er Unter­schied zur oft scharf wirk­enden Fichte. Sie sitzen spi­ralig am Zweig, wer­den aber durch eine kleine Drehung an der Basis so aus­gerichtet, dass sie seitlich abste­hen und den Zweig fast kamm­för­mig beblät­tern. Charak­ter­is­tisch sind die zwei weißlichen Spaltöff­nungsstreifen auf der Unter­seite, die aus zahlre­ichen Stom­a­ta beste­hen. Sie reg­ulieren den Gasaus­tausch und schützen die Nadel vor über­mäßiger Ver­dun­stung. Zer­reibt man die Nadeln zwis­chen den Fin­gern, ent­fal­ten sie einen frisch-zitron­i­gen Duft – ein Merk­mal, das ger­ade bei Waldspaziergän­gen in der Eifel auf­fällt.

Die Nadeln sind mit einem kleinen, „saug­napfähn­lichen“ Ansatz am Zweig befes­tigt. Wenn sie abfall­en, bleibt im Unter­schied zur Fichte keine spitze, raue Stelle zurück, son­dern eine glat­te Narbe. Dieser Unter­schied ist nicht nur für die Bes­tim­mung rel­e­vant, son­dern erk­lärt auch, warum Spaziergänger die Dou­glasie in der Eifel leicht von Ficht­en unter­schei­den kön­nen.

Im Zusam­men­hang mit der Eifel spielt der Auf­bau der Nadeln eine wichtige Rolle für die ökol­o­gis­che Anpas­sung: Das Mit­tel­ge­birge ist geprägt von eher kühlen Tem­per­a­turen, höheren Nieder­schlä­gen und sauren Böden. Die Nadeln der Dou­glasie sind so gebaut, dass sie auch bei Frost oder Trock­en­pe­ri­o­den Pho­to­syn­these betreiben kön­nen, ohne viel Wass­er zu ver­lieren. Die wach­sar­tige Cutic­u­la, die weißen Spaltöff­nungsstreifen und die lange Lebens­dauer der Nadeln (oft mehrere Jahre) machen den Baum beson­ders wider­stands­fähig. Diese Eigen­schaften haben dazu beige­tra­gen, dass die Dou­glasie heute als Ersatzbau­mart für die stark geschädigten Ficht­en­wälder der Eifel gilt. Während die Fichte zunehmend unter Borkenkäfer­be­fall und Kli­mas­tress lei­det, zeigen Dou­glasienbestände eine höhere Sta­bil­ität – und ihre Nadeln sind ein sicht­bares Zeichen dieser Anpas­sungs­fähigkeit.

Zusam­men­fassend sind die Nadeln der Dou­glasie weich, flach, mit weißen Spaltöff­nungsstreifen, charak­ter­is­tis­chem Zitrus­duft und ein­er speziellen Ansatz­form am Zweig. In der Eifel tra­gen diese Merk­male dazu bei, dass die Dou­glasie gut erkennbar ist, ökol­o­gisch sta­bil bleibt und inzwis­chen eine wichtige Rolle beim Umbau der Wälder spielt.

Copy­right © 2025 Andreas Zing­sheim

Anatomischer Querschnitt der Douglasiennadel

  1. Cutic­u­la & Epi­der­mis
    Die äußer­ste Schicht der Nadel ist von ein­er wach­sar­ti­gen Cutic­u­la über­zo­gen. Diese Schicht ist wasser­ab­weisend und schützt vor Aus­trock­nung sowie vor Schad­stof­fen. In der Eifel, wo sowohl trock­ene Som­mer­pe­ri­o­den als auch saure Böden vorkom­men, ist diese Anpas­sung beson­ders nüt­zlich. Unter der Cutic­u­la liegt die Epi­der­mis, eine ein­schichtige Zel­l­lage, die die Nadel umschließt.
  2. Hypo­der­mis
    Direkt unter der Epi­der­mis liegt die Hypo­der­mis, beste­hend aus dick­wandi­gen Zellen. Sie ver­lei­ht der Nadel Fes­tigkeit und zusät­zlichen Ver­dun­stungss­chutz. Diese Schicht macht die Nadeln wider­stands­fähig gegenüber Wind und Wit­terung – in der Eifel wichtig, da auf den Höhen­la­gen (z. B. Hocheifel oder Hun­srück­rand) oft starke Winde herrschen.
  3. Spaltöff­nun­gen (Stom­a­ta)
    Vor allem auf der Nadelun­ter­seite befind­en sich in zwei charak­ter­is­tis­chen weißen Streifen die Spaltöff­nun­gen. Sie reg­ulieren den Gasaus­tausch für Pho­to­syn­these und Atmung. Die ver­tiefte Lage der Stom­a­ta und die Wach­sausklei­dung reduzieren den Wasserver­lust – ein Grund, warum Dou­glasien auch in den zunehmend trock­eneren Som­mern der Eifel sta­bil­er bleiben als Ficht­en.
  4. Harzkanäle
    In der Dou­glasi­en­nadel ver­laufen mehrere Harzkanäle, die mit Harz gefüllt sind. Dieses Harz wirkt antibak­teriell und anti­fun­gal und schützt die Pflanze vor Fraßfein­den. Der typ­is­che zitrusar­tige Geruch beim Zer­reiben der Nadeln hängt mit diesen Harzkanälen zusam­men. Ger­ade in der Eifel, wo Pilzkrankheit­en in feucht­en Lagen häu­figer auftreten kön­nen, ist das ein Vorteil.
  5. Assim­i­la­tion­s­parenchym (Mes­o­phyll)
    Das Mes­o­phyll ist das Gewebe, in dem Pho­to­syn­these betrieben wird. Es beste­ht aus pal­isadenar­tig ange­ord­neten Zellen, die viele Chloro­plas­ten enthal­ten. Durch die dichte Anord­nung wird auch bei geringer Licht­in­ten­sität – wie sie im schat­ti­gen Eifel­wald oft vorkommt – eine effiziente Pho­to­syn­these ermöglicht.
  6. Leit­bün­del
    Im Zen­trum der Nadel liegen ein bis zwei Leit­bün­del, die von einem Bün­delschei­degewebe umgeben sind. Diese trans­portieren Wass­er, Min­er­al­stoffe und die bei der Pho­to­syn­these gebilde­ten Zuck­er. Die Leit­bün­del sind durch die dick­wandi­gen umgeben­den Zellen mech­a­nisch geschützt – wichtig für die lange Lebens­dauer der Nadeln, die oft mehrere Jahre am Baum verbleiben.

Die wichtige Rolle des Totholzes

Copy­right © 2025 Andreas Zing­sheim

In den Wäldern der Eifel hat die Borkenkäfer-Kalamität in den ver­gan­genen Jahren großflächig Ficht­enbestände zum Abster­ben gebracht. Viele Waldbe­sitzende ste­hen nun vor der Frage, ob das auf diesen Flächen anfal­l­ende Totholz kom­plett ent­fer­nt oder bess­er im Wald belassen wer­den sollte. Eine pauschale Antwort gibt es nicht, da die Entschei­dung immer von Stan­dort, Zielset­zung und angren­zen­den Bestän­den abhängt.

Aus forstschutz­fach­lich­er Sicht ist entschei­dend, dass frisch befal­l­ene Ficht­en mit noch anhaf­ten­der Rinde eine akute Gefahr darstellen. Solange die Käfer­en­twick­lung im Holz möglich ist, beste­ht ein erhe­blich­es Aus­bre­itungsrisiko auf benach­barte Ficht­enbestände. Deshalb ist es im Wirtschaftswald nach wie vor notwendig, solch­es Käfer­holz kon­se­quent aufzuar­beit­en oder abz­u­fahren. Beson­ders in der Eifel, wo vielerorts noch Ficht­en­reste ste­hen, sollte man hier keine Kom­pro­misse einge­hen.

Sobald die Bäume jedoch län­gere Zeit abgestor­ben sind, die Rinde abfällt und das Holz aus­trock­net, ver­liert es seine Funk­tion als Bru­traum. In diesem Sta­di­um ist es forstschutztech­nisch unbe­den­klich und kann wertvolle ökol­o­gis­che und wald­bauliche Funk­tio­nen übernehmen. Ger­ade auf den typ­is­chen Hanglagen der Eifel, die anfäl­lig für Ero­sion sind, leis­ten liegende Stämme einen wichti­gen Beitrag zum Boden­schutz. Sie brem­sen den Abtrag bei Starkre­gen, spe­ich­ern Wass­er und verbessern das Mikrokli­ma. Auf diese Weise erle­ichtern sie die Naturver­jün­gung, die für den Wal­dum­bau von zen­traler Bedeu­tung ist.

Auch aus wald­baulich­er Sicht hat das Belassen von Totholz klare Vorteile. Es schafft ein Schutzgerüst für junge Bäume, reduziert die Aus­trock­nung und min­dert den Ver­biss­druck durch Schalen­wild. Beson­ders bei Pflanzun­gen kön­nen dadurch langfristig Kosten einges­part wer­den, da weniger Ver­bisss­chutz­maß­nah­men notwendig sind. Für die Bio­di­ver­sität ist Totholz ohne­hin unverzicht­bar. Zahlre­iche Insek­ten, Pilze, Fle­d­er­mäuse und Vögel sind auf diese Struk­turen angewiesen. In ein­er Region wie der Eifel, in der Naturschutz und Touris­mus eine große Rolle spie­len, hat dieser Aspekt zusät­zlich­es Gewicht.

Der Wal­dum­bau in der Eifel zielt darauf ab, sta­bile Mis­chbestände mit kli­mare­silien­ten Bau­marten zu etablieren. Dabei prof­i­tieren ger­ade Buche, Eiche, Ahorn, Tanne oder auch Dou­glasie vom Vorhan­den­sein von Totholz, weil es für sie Schutz vor Sonnene­in­strahlung und Konkur­ren­zveg­e­ta­tion bietet und zudem den Boden feucht hält. Pio­nier­arten wie Birke und Wei­de nutzen die offe­nen Flächen schnell und schaf­fen durch Beschat­tung Über­gangs­be­din­gun­gen, unter denen sich die eigentlichen Ziel­bau­marten bess­er entwick­eln kön­nen. Auf guten Stan­dorten set­zt man vor allem auf Buche und Ahorn, während auf ärmeren oder trock­eneren Flächen Eichenarten von Vorteil sind. In höheren, feuchteren Lagen kann auch die Weiß­tanne eine Rolle spie­len. Sog­ar Dou­glasie kann in geeigneten Lagen sin­nvoll beigemis­cht wer­den, wenn man auf sta­bile Mis­chun­gen achtet. All diese Bau­marten prof­i­tieren indi­rekt davon, wenn Totholz belassen wird, da es den Auf­bau ein­er geschützten Kleinkulisse ermöglicht, in der sich junge Bäume bess­er etablieren.

Gle­ichzeit­ig ist klar, dass es Bere­iche gibt, in denen das Belassen von Totholz nicht möglich ist. An Wegen, in der Nähe von Sied­lun­gen oder an touris­tisch stark genutzten Orten muss aus Grün­den der Verkehrssicher­heit einge­grif­f­en wer­den. Auch wirtschaftliche Über­legun­gen spie­len eine Rolle: Frisches Holz mit Mark­twert wird häu­fig ent­nom­men, während die Aufar­beitung min­der­w­er­ti­gen Mate­ri­als kaum kos­ten­deck­end ist. Ger­ade hier kann es für viele Waldbe­sitzende sin­nvoller sein, das Holz gezielt im Bestand zu belassen, anstatt Ver­luste durch aufwendi­ge Holz­ernte weit­er zu ver­größern.

Für die forstliche Prax­is in der Eifel bedeutet dies, dass sich eine abgestufte Vorge­hensweise anbi­etet. Frisches Befalls- und Brutholz wird ent­nom­men, um die weit­ere Käfer­ver­mehrung einzudäm­men. Älteres, entrindetes Totholz hinge­gen bleibt im Bestand und übern­immt dort wertvolle Funk­tio­nen für Boden­schutz, Walden­twick­lung und Arten­vielfalt. Gle­ichzeit­ig dient es als Hil­f­sstruk­tur für die Naturver­jün­gung und unter­stützt Pflanzun­gen, die den Wal­dum­bau beschle­u­ni­gen sollen. Auf diese Weise kann das Totholz von einem ver­meintlichen Prob­lem zu einem wichti­gen Werkzeug im Wieder­auf­bau der Eifel­wälder wer­den.

Langfristig wird sich so ein neues Wald­bild entwick­eln, das deut­lich vielfältiger und sta­bil­er ist als die alten Ficht­en­reinbestände. Totholz ist dabei nicht Stör­fak­tor, son­dern ein zen­traler Bestandteil der Strate­gie, mit der die Wälder der Eifel in eine kli­maangepasste und natur­na­he Zukun­ft geführt wer­den kön­nen.

„Sommer 2025 in der Eifel: Zwischen leeren Talsperren und ausbleibendem Landregen“

Der Som­mer 2025 ver­lief in der Eifel deut­lich trock­en­er als im Vor­jahr und set­zte damit den außergewöhn­lich nieder­schlagsar­men Trend fort, der bere­its im Früh­jahr einge­set­zt hat­te. Schon im Juni fie­len in Nor­drhein-West­falen im Mit­tel nur rund 57 Liter Regen pro Quadrat­meter, was etwa ein Vier­tel weniger war als üblich. Der Juli brachte zwar mehr Schauer, blieb mit durch­schnit­tlich etwa 83 Litern aber immer noch leicht unter dem langjähri­gen Mit­tel. Im Bun­desver­gle­ich gehörte NRW damit zu den trock­eneren Regio­nen. Für die Eifel bedeutete dies, dass von den nor­maler­weise höheren Nieder­schlä­gen in den Mit­tel­ge­birgsla­gen nur wenig zu spüren war – ergiebige Lan­dregen blieben aus, und die weni­gen Schauer kon­nten die Defizite nicht aus­gle­ichen.

Beson­ders sicht­bar wurde diese Trock­en­heit an den Talsper­ren. Die Spe­ich­er­stände der großen Anla­gen wie Olef­t­alsperre und Urft­talsperre lagen bere­its Anfang Juli deut­lich unter den in früheren Jahren gewohn­ten Werten. Statt um die 85 Prozent Füll­stand wie in einem nor­malen Som­mer waren es nur gut 70 Prozent, im Ver­lauf des Julis sanken die Werte sog­ar weit­er. Auch die Rur­talsperre musste ihre Wasser­ab­gaben mehrfach anpassen, um die Unter­läufe zu sta­bil­isieren, da die Zuflüsse schwach blieben. Das zeigt, dass die Wasser­re­ser­ven des Som­mers 2025 deut­lich stärk­er beansprucht wur­den als im Vor­jahr.

Im Ver­gle­ich dazu hat­te der Som­mer 2024 in Nor­drhein-West­falen mit etwa 257 Litern pro Quadrat­meter sog­ar leicht über­durch­schnit­tliche Nieder­schläge gebracht. Damals kam es auch in der Eifel vere­inzelt zu kräfti­gen Gewit­tern und Starkre­genereignis­sen, die die Spe­ich­er auf­füll­ten. Von solchen Lagen blieb der Som­mer 2025 weit­ge­hend ver­schont.

Ins­ge­samt war der Som­mer 2025 in der Eifel also erhe­blich trock­en­er als 2024: mete­o­rol­o­gisch sicht­bar in den deut­lich gerin­geren Nieder­schlagssum­men, hydrol­o­gisch belegt durch sink­ende Talsper­ren­stände und schwächere Abflüsse. In Verbindung mit dem bere­its trock­e­nen Früh­jahr ver­schärfte sich die Sit­u­a­tion zusät­zlich, sodass die Eifel im Som­mer 2025 spür­bar stärk­er unter Trock­en­heit litt als im Jahr zuvor.

„Zwischen Wind und Flügeln — die Rolle der Bienen bei der Bestäubung von Forstpflanzen in der Eifel“

Copy­right © 2025 Andreas Zing­sheim

Die Rolle der Bienen bei der Bestäubung von Forstpflanzen in der Eifel ist vor allem vor dem Hin­ter­grund der dor­ti­gen Bau­marten­zusam­menset­zung zu betra­cht­en. Die Haupt­bau­marten, die in der forstlichen Nutzung dominieren, sind fast auss­chließlich windbestäubt. Dies bet­rifft ins­beson­dere die Fichte (Picea abies), die in großen Teilen der Norde­ifel im Rah­men his­torisch­er Auf­forstun­gen ver­bre­it­et wurde, sowie die Kiefer (Pinus sylvestris) und die Tanne (Abies alba). Diese Nadel­bau­marten bilden unschein­bare, nek­tar­freie Blüten, die keine Insek­ten anziehen, und sich­ern ihre Fortpflanzung durch eine enorme Pol­len­pro­duk­tion, die vom Wind ver­bre­it­et wird. Auch die natur­na­hen Haupt­bau­marten der Eifel­wälder – Rot­buche (Fagus syl­vat­i­ca) und die Eichenarten Stiele­iche (Quer­cus robur) und Traubene­iche (Quer­cus petraea) – sind wie Hain­buche (Carpi­nus betu­lus), Birke (Betu­la pen­du­la), Schwarz­er­le (Alnus gluti­nosa) und Hasel (Cory­lus avel­lana) voll­ständig anemophil. Aus forstlich­er Sicht bedeutet dies, dass Bienen für die Naturver­jün­gung und Samen­bil­dung dieser Bau­marten keine funk­tionale Bedeu­tung haben.

Gle­ich­wohl gibt es in der Eifel forstlich rel­e­vante Bau­marten, die von Insek­tenbestäubung abhängig sind und bei denen Bienen einen wichti­gen Beitrag leis­ten. Hier sind vor allem die Lin­denarten, Som­mer­linde (Tilia platy­phyl­los) und Win­ter­linde (Tilia cor­da­ta), zu nen­nen. Lin­den wer­den in der Forstwirtschaft der Eifel gezielt als Mis­chbau­marten einge­bracht, da sie boden­verbessernd wirken, kli­mare­silient sind und wertvolles Nutzholz liefern. Ihre Blüten sind reich an Nek­tar und Pollen und wer­den massen­haft von Honig­bi­enen, Hum­meln und Wild­bi­enen besucht, was für eine erfol­gre­iche Samen­bil­dung entschei­dend ist. Ähn­lich­es gilt für die Ahornarten, ins­beson­dere Spitza­horn (Acer pla­tanoides) und Berga­horn (Acer pseudo­pla­tanus), die eben­falls in natur­na­hen Mis­chwäldern und bei Auf­forstun­gen zunehmend eine Rolle spie­len. Auch sie sind auf die Bestäubungsleis­tung von Insek­ten angewiesen. Die Rosskas­tanie (Aes­cu­lus hip­pocas­tanum), die vor allem in sied­lungsna­hen Bere­ichen vorkommt, ist in forstlichen Auf­forstun­gen zwar weniger bedeu­tend, doch ökol­o­gisch und für die Imk­erei von Rel­e­vanz.

Darüber hin­aus tra­gen Bienen in der Eifel indi­rekt zur forstlichen Zielset­zung bei, indem sie Sträuch­er und krautige Pflanzen des Unter­standes und Wal­dran­des bestäuben. Dazu zählen Arten wie Him­beere (Rubus idaeus), Brombeere (Rubus fru­ti­co­sus) und Hol­un­der (Sam­bu­cus nigra), die auf Ver­jün­gungs­flächen und Schlagfluren ver­bre­it­et sind. Ihre Bestäubung fördert die Frucht- und Samen­bil­dung, was wiederum Nahrungs­grund­la­gen für Vögel und Säugetiere schafft und so die natür­liche Sukzes­sion und Bio­di­ver­sität in Auf­forstungs­flächen unter­stützt.

Zusam­men­fassend lässt sich für die Eifel fest­stellen, dass die über­wiegende Zahl der klas­sis­chen Auf­forstungs- und Haupt­bau­marten windbestäubt ist und somit nicht von Bienen abhängt. Den­noch spie­len Bienen eine zen­trale Rolle für die erfol­gre­iche Fortpflanzung von ergänzen­den Forstpflanzenarten wie Linde und Ahorn und tra­gen indi­rekt über die Bestäubung von Begleit­ge­hölzen zur Sta­bil­ität, Bio­di­ver­sität und langfristi­gen Resilienz der Wälder bei. Aus forstwirtschaftlich­er Sicht sind sie daher zwar nicht für die Ver­jün­gung der dom­i­nan­ten Bau­marten rel­e­vant, wohl aber für die Entwick­lung ökol­o­gisch sta­bil­er, kli­maan­pas­sungs­fähiger Mis­chwälder, die in der Eifel zunehmend an Bedeu­tung gewin­nen.

„Duft aus Kalifornien — kann die Weihrauchzeder zum Trendbaum werden?“

Copy­right © 2025 Andreas Zing­sheim

Die kali­for­nische Weihrauchzed­er (Calo­ce­drus decur­rens) kön­nte in Deutsch­land dur­chaus einen gewis­sen Auf­schwung oder sog­ar einen kleinen Hype erfahren, allerd­ings nur unter bes­timmten Bedin­gun­gen.
In Zeit­en des Kli­mawan­dels wächst das Inter­esse an trock­en­heit­sre­sisten­ten, kli­maangepassten Bau­marten – sowohl in der Forstwirtschaft als auch im urba­nen Raum. Die Weihrauchzed­er bringt in dieser Hin­sicht einige Vorteile mit: Sie gilt als rel­a­tiv hitzev­erträglich, benötigt wenig Pflege, ist resistent gegenüber vie­len Krankheit­en und kommt auch mit kar­gen Böden zurecht. Hinzu kommt ihr attrak­tives Erschei­n­ungs­bild – mit ihrer schlanken, ele­gan­ten Wuchs­form, dem immer­grü­nen Laub und dem charak­ter­is­tis­chen Duft ihres Holzes, das stark an Weihrauch erin­nert, wirkt sie sowohl exo­tisch als auch ästhetisch ansprechend. Ger­ade in Gärten, Parks und städtis­chen Grü­nan­la­gen kön­nte sie daher als beson­der­er Solitär­baum zunehmend Beach­tung find­en.

Auch in Fachkreisen wie unter Land­schaft­sar­chitek­ten, Baum­schul­be­trieben oder botanisch inter­essierten Gärt­nern ließe sich dur­chaus eine wach­sende Begeis­terung beobacht­en – zumin­d­est in Form eines Nis­chen­trends. Trotz­dem ist ein bre­it­er Hype über diese Kreise hin­aus derzeit eher unwahrschein­lich. Ein Grund ist ihr ver­gle­ich­sweise langsames Wach­s­tum, was sie aus forstwirtschaftlich­er Sicht weniger attrak­tiv macht als schnellwach­sende Arten wie Dou­glasie oder Rote­iche. Zudem ist die kali­for­nische Weihrauchzed­er in Deutsch­land noch wenig bekan­nt und emo­tion­al nicht aufge­laden – es fehlt ihr schlicht an kul­tureller Ver­ankerung. Auch ihre begren­zte Win­ter­härte, vor allem in jun­gen Jahren, schränkt eine flächen­deck­ende Pflanzung ins­beson­dere in den käl­teren Regio­nen Nord- und Ost­deutsch­lands ein. Darüber hin­aus ist sie derzeit keine offiziell emp­foh­lene Bau­mart für den forstlichen Ein­satz, was ihre Ver­bre­itung eben­falls bremst.

Ins­ge­samt lässt sich sagen, dass die kali­for­nische Weihrauchzed­er dur­chaus das Poten­zial für einen kleinen Trend hat – ins­beson­dere im Kon­text kli­mare­silien­ter Stadt­be­grü­nung oder als beson­dere Gartenpflanze für mildere Lagen. Ein großflächiger Hype im Sinne ein­er massen­haften Bepflanzung oder ein­er forstlichen Rev­o­lu­tion ist jedoch derzeit eher nicht zu erwarten. Vielmehr dürfte ihr Weg, wenn über­haupt, über spezial­isierte Nis­chen und eine gezielte gestal­ter­ische Insze­nierung führen.

Wer Inter­esse hat, einen solche Baum ein­mal real zu sehen, der besuche den Königs­forst bei Köln. Hier kann man an einem Lehrp­fad dieses und andere span­nende Exem­plare besichti­gen.

Copy­right © 2025 Andreas Zing­sheim

Sonnenbrand bei Forstpflanzen???

Kot­ten­forst 2025 / Copy­right © 2025 Andreas Zing­sheim

Im Forst ist Son­nen­brand bei Bäu­men tat­säch­lich ein rel­e­vantes und häu­fig unter­schätztes Prob­lem, ins­beson­dere bei Ver­jün­gungs­flächen, Kahlhieben oder Wal­dum­bau­maß­nah­men. Dort spricht man meist von Son­nen­nekrose, Son­nen­riss oder Rinden­schä­den durch Sonnen­ex­po­si­tion. Das oben genan­nte Foto wurde im Kot­ten­forst bei Bon­n/Bad-Geo­des­berg im Juni 2025 erstellt.

Wir ken­nen Son­nen­brand in fol­gen­den Sit­u­a­tio­nen


Bei der Freis­tel­lung einzel­ner Bäume: Wenn alte Bäume plöt­zlich freigestellt wer­den (z. B. durch Ent­nahme benach­barter Bäume), sind ihre Stämme nicht mehr vom Kro­nen­dach beschat­tet. oder der Fall, das die Rinde nie an direk­te Sonnene­in­strahlung gewöh­nt war und kann dadurch stark geschädigt wer­den. Beson­ders prob­lema­tisch ist dies im Win­ter, wenn starke Tem­per­aturschwankun­gen auftreten (Süd­west­seite!).

Bei der Wald­ver­jün­gung nach Kahlschlag: Jung­bäume in Frei­flächen sind der vollen Sonne aus­ge­set­zt, ohne natür­lichen Schirm durch Altholz. Fern­er ken­nen wir die Gefahr von Blattson­nen­brand und Hitzestress. Beson­ders empfind­lich sind hier Tan­nen, Dou­glasien, Buchen, aber auch junge Eichen, je nach Herkun­ft.

Durch den Kli­mawan­del und Extremwet­ter: Zunehmende Hitzepe­ri­o­den, trock­ene Som­mer und Win­ter mit starken Son­nen­t­a­gen erhöhen die Belas­tung. Daher ein höheres Risiko für Son­nen­brand, v. a. in süd­ex­ponierten Lagen und auf kar­gen Stan­dorten (z. B. flach­gründi­ge, steinige Böden).

Folgen von Sonnenbrand im Forst:

  • Rinden­nekrosen → Ein­trittsp­forten für Schader­reger (z. B. Borkenkäfer, Pilze)
  • Holzver­fär­bun­gen und Wertver­lust
  • Wach­s­tumsstörun­gen oder sog­ar Abster­ben bei jun­gen Bäu­men
  • Ver­min­derte Sta­bil­ität (z. B. bei Rot­buche nach Son­nen­nekrose → Wind­bruchan­fäl­ligkeit)

Maßnahmen im forstlichen Kontext:

Maß­nahmeWirkung
Mis­chbestände statt Monokul­turMehr Schat­ten­spender, mikrokli­ma­tisch gün­stiger
Schirm­stel­lung erhal­tenAlt­bäume nicht zu abrupt ent­nehmen
Wieder­be­wal­dung mit Voran­bauSchutz­funk­tion durch licht­tol­er­ante Vor­wuch­sarten
Pflanzung mit WuchshüllenReduziert Strahlung, auch Wild­schutz
Stan­dort­gerechte Bau­marten­wahlHitze- und son­nen­re­sisten­tere Arten (z. B. Eiche, Els­beere)

Wenn die Naturverjüngung scheitert …

Copy­right © 2025 Andreas Zing­sheim

Das Wild, das bei uns in der Eifel den höch­sten Schaden im Wald verur­sacht, ist in der Regel das Rehwild (Capre­o­lus capre­o­lus). Allerd­ings kön­nen auch andere Wildarten wie das Rotwild erhe­bliche Schä­den verur­sachen. Begin­nen wir aber mit dem Rehwild. Typ­is­che Schä­den sind der Ver­biss an jun­gen Trieben, Knospen und Blät­tern von Laub- und Nadel­bäu­men. Die Fol­gen sind die Beein­träch­ti­gung der natür­lichen Wald­ver­jün­gung, Verän­derung der Bau­marten­zusam­menset­zung. Ursäch­lich sind meist eine zu hohe Pop­u­la­tions­dichte.
Auch das Rotwild (Cervus ela­phus) kann erhe­blichen Schaden anricht­en. Neben Ver­biss sprechen wir hier von soge­nan­nten Schälschä­den an der Rinde der Bäume. Die Fol­gen sind let­z­tendlich das Abster­ben der Bäume. Schwarzwild (Sus scro­fa) verur­sacht forstlich keine Schä­den; ganz im Gegen­teil sor­gen Boden­ver­wun­dun­gen für verbessertes Wach­s­tum von Keim­lin­gen.

Ein zu hoher Wildbe­stand ist ein häu­figer, aber nicht der einzige Grund für das Aus­bleiben von Naturver­jün­gung. Eine erfol­gre­iche Ver­jün­gung hängt von einem Zusam­men­spiel aus Wild­dichte, Lichtver­hält­nis­sen, Boden­qual­ität, Kli­ma und Bewirtschaf­tung ab. Ziel­gerechte Jagd und waldökol­o­gis­che Pla­nung sind entschei­dend, um natür­liche Ver­jün­gung zu ermöglichen.

Invasive Forstbaumarten in der Eifel?

Net­ter­sheim, Pesch (März 2025)

Inva­sive Forst­bau­marten sind Bau­marten, die außer­halb ihres natür­lichen Ver­bre­itungs­ge­bi­ets einge­führt wur­den und sich dort unkon­trol­liert aus­bre­it­en. In der Eifel spie­len diese Bau­marten keine wirk­lich große Rolle, einzig und alleine die Robinie kann man vere­inzel­nd find­en.

Inva­sive Forst­bau­marten kön­nen heimis­che Ökosys­teme verän­dern oder sog­ar ver­drän­gen, weil sie oft schneller wach­sen, sich aggres­siv ver­mehren oder keine natür­lichen Feinde haben.

Einige Beispiele für inva­sive Bau­marten in Europa sind:

  • Späte Traubenkirsche (Prunus seroti­na) – stammt aus Nor­dameri­ka.
  • Robinie (Robinia pseudoa­ca­cia) – eben­falls aus Nor­dameri­ka, verän­dert durch Stick­stof­fan­re­icherung den Boden und ver­drängt heimis­che Arten.
  • Göt­ter­baum (Ailan­thus altissi­ma) – aus Chi­na einge­führt, wächst sehr schnell und bildet dichte Bestände.

Inva­sive Bau­marten sind prob­lema­tisch, weil sie oft die Bio­di­ver­sität ver­ringern, das Nährstof­f­gle­ichgewicht des Bodens verän­dern oder die Forstwirtschaft erschw­eren kön­nen. Manche von ihnen haben jedoch auch wirtschaftlichen Nutzen, weshalb ihr Man­age­ment oft ein Bal­anceakt zwis­chen ökol­o­gis­chen und ökonomis­chen Inter­essen ist.

Wenn Pilzbefall zum Problem wird!

Mann kann nicht expliz­it sagen, dass Pilze grund­sät­zlich schlecht für Bäume im Forst sind, aber bes­timmte Pilzarten kön­nen ihnen erhe­blichen Schaden zufü­gen. Ein Grund ist die Holzzer­störung und Fäul­nis. Die Pilze wie Hal­li­masch (Armil­lar­ia) oder Riesen­por­ling (Merip­ilus gigan­teus) zer­set­zen das Holz und die Wurzeln, was die Sta­bil­ität des Baumes beein­trächtigt und zum Abster­ben führen kann.

Fern­er­führen Pilze zu Krankheit­en durch Par­a­siten. Die Rußrindenkrankheit (Cryp­tostro­ma cor­ti­cale) befällt z.B. vor allem Ahorn­bäume und kann durch den fortschre­i­t­en­den Kli­mawan­del begün­stigt wer­den. Auch der Echte und der Falsche Mehltau schwächen die Blät­ter und die Pho­to­syn­the­se­leis­tung der Bäume. Der Kas­tanien­rindenkrebs (Cry­phonec­tria par­a­sit­i­ca) kommt beson­ders oft bei Edelka­s­tanien vor und schädigt diese erhablich.

Ein weit­eres erhe­blich­es Prob­lem sind Wurzelschä­den und die Umsturzge­fahr die durch den Befall von Pilzen her­vorgerufen wird. Wurzelschä­den durch Mykosen, durch Pilze wie Hal­li­masch greifen Wurzeln an, was zu ein­er ver­min­derten Wass­er- und Nährstof­fauf­nahme führt. Auch die Fäule an der Stamm­ba­sis ist meist tötlich. Der Baum kann uner­wartet umstürzen, was ein Risiko in Wäldern oder Parks darstellt.

Auch die Über­tra­gung von Krankheit­en kann durch Pilze erhe­blich bee­in­flusst wer­den. Pilze ver­bre­it­en sich durch Sporen und kön­nen große Wald­flächen infizieren. Beispiel: Diplo­dia-Trieb­ster­ben bei Kiefern.

Gibt es auch nützliche Pilze im Forst?

Ja, die gibt es! Myk­o­r­rhiza­pilze wie Stein­pilze oder Fliegen­pilze helfen Bäu­men bei der Nährstof­fauf­nahme und sind oft essen­ziell für ihre Gesund­heit.

Faz­it: Während einige Pilze tödliche Krankheit­en verur­sachen, sind andere für das Waldökosys­tem uner­lässlich.

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