Auf Ficht­en-Kalamitäts­flächen ist die Wahrschein­lichkeit hoch, dass sich andere Bau­marten als die Fichte etablieren, ins­beson­dere in ein­er Region wie der Eifel. Je nach Stan­dort, Höhen­lage, Bodenbeschaf­fen­heit und Bewirtschaf­tung liegt sie ins­ge­samt bei etwa 60 bis über 90 Prozent. Die großflächi­gen Aus­fälle der Fichte durch Borkenkäfer, Trock­en­heit und Sturm haben hier weniger eine wald­lose Sit­u­a­tion geschaf­fen als vielmehr neue Entwick­lungsräume eröffnet, in denen sich stan­dort­gerechte und oft sta­bilere Bau­marten ansiedeln kön­nen.

Copyright © 2026 Andreas Zingsheim
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Die Eifel zeich­net sich durch eine große ökol­o­gis­che Vielfalt aus. Vulka­nis­che und schiefrige Böden, wech­sel­nde Expo­si­tio­nen sowie ein bre­ites Spek­trum an Nieder­schlä­gen und Tem­per­a­turen führen dazu, dass viele frühere Ficht­en­stan­dorte für diese Bau­mart ohne­hin nur eingeschränkt geeignet waren. Nach dem Abster­ben der Ficht­en prof­i­tieren vor allem lichtliebende Pio­nier­bau­marten von den offe­nen Ver­hält­nis­sen. Birke, Wei­de und Aspe besiedeln solche Flächen häu­fig inner­halb weniger Jahre ganz von selb­st, eben­so die Vogel­beere, die in der Eifel beson­ders ver­bre­it­et ist. Diese natür­liche Ver­jün­gung tritt auf einem Großteil der Kalamitäts­flächen auf und erre­icht ohne forstlich­es Ein­greifen bere­its eine sehr hohe Wahrschein­lichkeit.

Mit fortschre­i­t­en­der Entwick­lung wan­dern – sofern Samen­bäume in der Umge­bung vorhan­den sind oder gezielt gepflanzt wird – auch lan­glebigere Bau­marten ein. Auf frischen und nährstof­fre­icheren Stan­dorten der Eifel hat vor allem die Buche gute Chan­cen, während auf wärmeren und trock­eneren Lagen die Eiche an Bedeu­tung gewin­nt. Ahornarten, Esche oder Erle ergänzen das Arten­spek­trum je nach Wasser­haushalt des Bodens. Durch Pflanzung und Schutz­maß­nah­men, etwa gegen Wild­ver­biss, lässt sich die Etablierung dieser Bau­marten gezielt steuern und ihre Erfol­gswahrschein­lichkeit deut­lich erhöhen.

Der Kli­mawan­del wirkt dabei als zen­traler Ver­stärk­er dieses Prozess­es. Die wieder­holten Ficht­enkalamitäten der let­zten Jahre haben gezeigt, dass die Fichte in großen Teilen der Eifel keine zukun­fts­fähige Haupt­bau­mart mehr ist. Entsprechend wer­den Kalamitäts­flächen heute zunehmend bewusst für den Wal­dum­bau genutzt. Ins­ge­samt lässt sich fes­thal­ten, dass auf Ficht­en-Kalamitäts­flächen in der Eifel mit hoher Wahrschein­lichkeit andere Bau­marten wach­sen und sich langfristig vielfältige, struk­tur­re­iche und kli­masta­bilere Mis­chwälder entwick­eln.