
Die kalifornische Weihrauchzeder (Calocedrus decurrens) könnte in Deutschland durchaus einen gewissen Aufschwung oder sogar einen kleinen Hype erfahren, allerdings nur unter bestimmten Bedingungen.
In Zeiten des Klimawandels wächst das Interesse an trockenheitsresistenten, klimaangepassten Baumarten – sowohl in der Forstwirtschaft als auch im urbanen Raum. Die Weihrauchzeder bringt in dieser Hinsicht einige Vorteile mit: Sie gilt als relativ hitzeverträglich, benötigt wenig Pflege, ist resistent gegenüber vielen Krankheiten und kommt auch mit kargen Böden zurecht. Hinzu kommt ihr attraktives Erscheinungsbild – mit ihrer schlanken, eleganten Wuchsform, dem immergrünen Laub und dem charakteristischen Duft ihres Holzes, das stark an Weihrauch erinnert, wirkt sie sowohl exotisch als auch ästhetisch ansprechend. Gerade in Gärten, Parks und städtischen Grünanlagen könnte sie daher als besonderer Solitärbaum zunehmend Beachtung finden.
Auch in Fachkreisen wie unter Landschaftsarchitekten, Baumschulbetrieben oder botanisch interessierten Gärtnern ließe sich durchaus eine wachsende Begeisterung beobachten – zumindest in Form eines Nischentrends. Trotzdem ist ein breiter Hype über diese Kreise hinaus derzeit eher unwahrscheinlich. Ein Grund ist ihr vergleichsweise langsames Wachstum, was sie aus forstwirtschaftlicher Sicht weniger attraktiv macht als schnellwachsende Arten wie Douglasie oder Roteiche. Zudem ist die kalifornische Weihrauchzeder in Deutschland noch wenig bekannt und emotional nicht aufgeladen – es fehlt ihr schlicht an kultureller Verankerung. Auch ihre begrenzte Winterhärte, vor allem in jungen Jahren, schränkt eine flächendeckende Pflanzung insbesondere in den kälteren Regionen Nord- und Ostdeutschlands ein. Darüber hinaus ist sie derzeit keine offiziell empfohlene Baumart für den forstlichen Einsatz, was ihre Verbreitung ebenfalls bremst.
Insgesamt lässt sich sagen, dass die kalifornische Weihrauchzeder durchaus das Potenzial für einen kleinen Trend hat – insbesondere im Kontext klimaresilienter Stadtbegrünung oder als besondere Gartenpflanze für mildere Lagen. Ein großflächiger Hype im Sinne einer massenhaften Bepflanzung oder einer forstlichen Revolution ist jedoch derzeit eher nicht zu erwarten. Vielmehr dürfte ihr Weg, wenn überhaupt, über spezialisierte Nischen und eine gezielte gestalterische Inszenierung führen.
Wer Interesse hat, einen solche Baum einmal real zu sehen, der besuche den Königsforst bei Köln. Hier kann man an einem Lehrpfad dieses und andere spannende Exemplare besichtigen.

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