
Der Dauerwald und der Altersklassenwald sind zwei völlig konträre Bewirtschaftungsformen der Waldwirtschaft, die jeweils andere Ziele und Vorgehensweisen verfolgen. Der Dauerwald zeichnet sich durch eine kontinuierliche Waldbewirtschaftung aus, bei der keine Kahlschläge durchgeführt werden. Ziel ist es, einen naturnahen, mehrschichtigen Wald zu fördern, in dem Bäume unterschiedlichen Alters und verschiedener Arten nebeneinander wachsen. Im Dauerwald wird selektiv geerntet, indem einzelne Bäume oder kleinere Gruppen entnommen werden, während die Struktur des Waldes als Ganzes erhalten bleibt, man könnte es als Cherry picking bezeichnen! Diese Methode unterstützt die Bodenfruchtbarkeit, erhöht die Resilienz gegen Schädlinge und Stürme und fördert die Biodiversität. Dauerwaldwirtschaft eignet sich gut, um Wälder ökologisch nachhaltig und gleichzeitig wirtschaftlich zu nutzen.
Der Altersklassenwald wird in gleichaltrigen Beständen bewirtschaftet, oft mit nur einer oder wenigen Baumarten. Hier erfolgt die Bewirtschaftung meist in festen Umtriebszeiten: Die Bäume werden in einem bestimmten Alter in einem Kahlschlag geerntet und danach großflächig neu aufgeforstet. Diese Methode führt zu einem einheitlichen Altersaufbau, bei dem der Wald in gleichaltrigen Schichten heranwächst. Der Altersklassenwald wird vor allem für die industrielle Holzproduktion genutzt, da er eine gleichmäßige Versorgung mit Holz gewährleistet. Diese Bewirtschaftungsform kann jedoch die ökologische Vielfalt einschränken und ist anfälliger für Schädlinge und Sturmereignisse.
Zusammengefasst kann man sagen, das der Dauerwald naturnah, vielfältig in Struktur und Art, nachhaltig und resilient ist. Der Altersklassenwald hingegen gleichaltrig, oft monokulturell, ertragsorientiert und weniger ökologisch stabil ist. Beide Bewirtschaftungsformen haben Vor- und Nachteile, je nach wirtschaftlichen Zielen und ökologischen Anforderungen – Gewinner ist aber fast immer der Dauerwald!
Schreibe einen Kommentar