Copy­right © 2025 Andreas Zing­sheim

Die kali­for­nische Weihrauchzed­er (Calo­ce­drus decur­rens) kön­nte in Deutsch­land dur­chaus einen gewis­sen Auf­schwung oder sog­ar einen kleinen Hype erfahren, allerd­ings nur unter bes­timmten Bedin­gun­gen.
In Zeit­en des Kli­mawan­dels wächst das Inter­esse an trock­en­heit­sre­sisten­ten, kli­maangepassten Bau­marten – sowohl in der Forstwirtschaft als auch im urba­nen Raum. Die Weihrauchzed­er bringt in dieser Hin­sicht einige Vorteile mit: Sie gilt als rel­a­tiv hitzev­erträglich, benötigt wenig Pflege, ist resistent gegenüber vie­len Krankheit­en und kommt auch mit kar­gen Böden zurecht. Hinzu kommt ihr attrak­tives Erschei­n­ungs­bild – mit ihrer schlanken, ele­gan­ten Wuchs­form, dem immer­grü­nen Laub und dem charak­ter­is­tis­chen Duft ihres Holzes, das stark an Weihrauch erin­nert, wirkt sie sowohl exo­tisch als auch ästhetisch ansprechend. Ger­ade in Gärten, Parks und städtis­chen Grü­nan­la­gen kön­nte sie daher als beson­der­er Solitär­baum zunehmend Beach­tung find­en.

Auch in Fachkreisen wie unter Land­schaft­sar­chitek­ten, Baum­schul­be­trieben oder botanisch inter­essierten Gärt­nern ließe sich dur­chaus eine wach­sende Begeis­terung beobacht­en – zumin­d­est in Form eines Nis­chen­trends. Trotz­dem ist ein bre­it­er Hype über diese Kreise hin­aus derzeit eher unwahrschein­lich. Ein Grund ist ihr ver­gle­ich­sweise langsames Wach­s­tum, was sie aus forstwirtschaftlich­er Sicht weniger attrak­tiv macht als schnellwach­sende Arten wie Dou­glasie oder Rote­iche. Zudem ist die kali­for­nische Weihrauchzed­er in Deutsch­land noch wenig bekan­nt und emo­tion­al nicht aufge­laden – es fehlt ihr schlicht an kul­tureller Ver­ankerung. Auch ihre begren­zte Win­ter­härte, vor allem in jun­gen Jahren, schränkt eine flächen­deck­ende Pflanzung ins­beson­dere in den käl­teren Regio­nen Nord- und Ost­deutsch­lands ein. Darüber hin­aus ist sie derzeit keine offiziell emp­foh­lene Bau­mart für den forstlichen Ein­satz, was ihre Ver­bre­itung eben­falls bremst.

Ins­ge­samt lässt sich sagen, dass die kali­for­nische Weihrauchzed­er dur­chaus das Poten­zial für einen kleinen Trend hat – ins­beson­dere im Kon­text kli­mare­silien­ter Stadt­be­grü­nung oder als beson­dere Gartenpflanze für mildere Lagen. Ein großflächiger Hype im Sinne ein­er massen­haften Bepflanzung oder ein­er forstlichen Rev­o­lu­tion ist jedoch derzeit eher nicht zu erwarten. Vielmehr dürfte ihr Weg, wenn über­haupt, über spezial­isierte Nis­chen und eine gezielte gestal­ter­ische Insze­nierung führen.

Wer Inter­esse hat, einen solche Baum ein­mal real zu sehen, der besuche den Königs­forst bei Köln. Hier kann man an einem Lehrp­fad dieses und andere span­nende Exem­plare besichti­gen.

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