
Im Forst ist Sonnenbrand bei Bäumen tatsächlich ein relevantes und häufig unterschätztes Problem, insbesondere bei Verjüngungsflächen, Kahlhieben oder Waldumbaumaßnahmen. Dort spricht man meist von Sonnennekrose, Sonnenriss oder Rindenschäden durch Sonnenexposition. Das oben genannte Foto wurde im Kottenforst bei Bonn/Bad-Geodesberg im Juni 2025 erstellt.
Wir kennen Sonnenbrand in folgenden Situationen
Bei der Freistellung einzelner Bäume: Wenn alte Bäume plötzlich freigestellt werden (z. B. durch Entnahme benachbarter Bäume), sind ihre Stämme nicht mehr vom Kronendach beschattet. oder der Fall, das die Rinde nie an direkte Sonneneinstrahlung gewöhnt war und kann dadurch stark geschädigt werden. Besonders problematisch ist dies im Winter, wenn starke Temperaturschwankungen auftreten (Südwestseite!).
Bei der Waldverjüngung nach Kahlschlag: Jungbäume in Freiflächen sind der vollen Sonne ausgesetzt, ohne natürlichen Schirm durch Altholz. Ferner kennen wir die Gefahr von Blattsonnenbrand und Hitzestress. Besonders empfindlich sind hier Tannen, Douglasien, Buchen, aber auch junge Eichen, je nach Herkunft.
Durch den Klimawandel und Extremwetter: Zunehmende Hitzeperioden, trockene Sommer und Winter mit starken Sonnentagen erhöhen die Belastung. Daher ein höheres Risiko für Sonnenbrand, v. a. in südexponierten Lagen und auf kargen Standorten (z. B. flachgründige, steinige Böden).
Folgen von Sonnenbrand im Forst:
- Rindennekrosen → Eintrittspforten für Schaderreger (z. B. Borkenkäfer, Pilze)
- Holzverfärbungen und Wertverlust
- Wachstumsstörungen oder sogar Absterben bei jungen Bäumen
- Verminderte Stabilität (z. B. bei Rotbuche nach Sonnennekrose → Windbruchanfälligkeit)
Maßnahmen im forstlichen Kontext:
Maßnahme | Wirkung |
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Mischbestände statt Monokultur | Mehr Schattenspender, mikroklimatisch günstiger |
Schirmstellung erhalten | Altbäume nicht zu abrupt entnehmen |
Wiederbewaldung mit Voranbau | Schutzfunktion durch lichttolerante Vorwuchsarten |
Pflanzung mit Wuchshüllen | Reduziert Strahlung, auch Wildschutz |
Standortgerechte Baumartenwahl | Hitze- und sonnenresistentere Arten (z. B. Eiche, Elsbeere) |