Monat: Januar 2025

Wenn Schnee im Forst zum Problem wird

Schneefall kann zu Ast- und ganzen Baum­brüchen im Forst führen, wenn der Schnee schw­er genug ist, um die Belas­tungs­gren­ze von Ästen oder sog­ar des Stamms zu über­schre­it­en. Die   Haupt­fak­toren, die dazu beitra­gen sind u.a. natür­lich das Gewicht des Schnees. Nass­er Schnee ist dichter und schw­er­er als Pul­ver­schnee; er bleibt oft an Ästen haften und belastet diese erhe­blich. Pul­ver­schnee  hinge­gen ist weniger prob­lema­tisch, es sei denn, er akku­muliert sich in großer Menge.

Ein weit­er­er Haupt­fak­tor ist die Bau­mart und deren Zus­tand. Laub­bäume sind beson­ders gefährdet, wenn sie im späten Herb­st noch Laub tra­gen. Die Blät­ter bieten dem Schnee eine größere Angriffs­fläche. Kranke oder alte Bäume mit geschwächt­en Ästen oder einem insta­bilen Stamm brechen leichter. Weich­holzbäume wie Pap­peln oder Wei­den haben oft weniger sta­bile Äste im Ver­gle­ich zu Harthölz­ern.

Wichtig­ster Haupt­fak­tor ist aber wohl die Schneemenge und deren Verteilung. Wenn der Schnee ungle­ich­mäßig auf dem Baum verteilt ist, kann dies zu ein­seit­iger Belas­tung führen, was Brüche begün­stigt.

Wind und Wet­terbe­din­gun­gen wie extremer Stark­wind kann den Druck auf schnee­be­ladene Äste erhöhen und so Brüche verur­sachen. Plöt­zlich­er Frost nach einem Schneefall kann Äste starr machen und ihre Flex­i­bil­ität ver­ringern, wodurch sie leichter brechen.

Auch die Menge der Schneeschicht­en und der Fak­tor Zeit spie­len eine erhe­bliche Rolle. Wenn mehrere Schneeschicht­en (durch aufeinan­der­fol­gende Schneefälle) entste­hen und sich verdicht­en, erhöht das die Belas­tung.

Warum keiner dem anderen gleicht…

Die Form eines Laub­baums entste­ht durch eine Kom­bi­na­tion von genetis­chen, ökol­o­gis­chen und phys­i­ol­o­gis­chen Fak­toren. Die wichtig­sten Fak­toren sind u.a. genetisch bed­ingt. Die Art des Baums (z. B. Buche, Eiche oder Ahorn) bes­timmt die Grund­form: kugelför­mig, säu­len­för­mig, schirm­för­mig usw. Diese genetis­chen Infor­ma­tio­nen leg­en fest, wie der Baum wächst und verzweigt. Fern­er unter­schei­den wir unter­schiedliche Wach­s­tumsmuster. Hier ken­nen wir die Apikaldom­i­nanz: Der Haupt­trieb (Spitze des Baums) wächst oft schneller als die Seiten­zweige, was zu ein­er ver­tikalen Aus­rich­tung führt sowie die unter­schiedlichen Verzwei­gungsmuster: Laub­bäume haben unter­schiedliche Verzwei­gungsarten, z. B. wech­sel­ständig, gegen­ständig oder quirlig.
Auch ver­schiedene Umweltbe­din­gun­gen wie z.B unter­schiedliche Belich­tung bee­in­flussen die Form: Bäume passen ihre Kro­ne an die Lichtver­hält­nisse an. In dicht­en Wäldern wächst der Baum oft schmal und hoch, um Licht zu erre­ichen. In offe­nen Bere­ichen wird die Kro­ne bre­it­er. Auch Wind und Wet­ter spie­len hier einet entschei­dende Rolle: Starke Winde kön­nen die Form bee­in­flussen, indem sie Äste in eine Rich­tung wach­sen lassen oder brechen. Auch die Bodenbeschaf­fen­heit bee­in­flusst die Form nicht uner­he­blich: Nährstof­fre­ich­er oder ‑armer Boden bee­in­flusst die Wuch­skraft und die Größe des Baums. Fern­er bilden Tem­per­atur und Kli­ma wichtige Fak­toren. Bäume in kalten Regio­nen sind oft kom­pak­ter, während sie in war­men Regio­nen aus­laden­der wach­sen.

Wach­s­tum und Alter dürften mit eine der wichtig­sten Ein­flüsse bilden. Junge Bäume haben oft eine sym­metrischere Form, während ältere Bäume durch äußere Ein­flüsse und Ver­let­zun­gen asym­metrisch wer­den kön­nen.

Auch die Inter­ak­tio­nen mit der Umge­bung wirkt sich stark auf die Form eines jeden Baumes aus. Konkur­renz mit anderen Pflanzen um Licht, Wass­er und Nährstoffe bee­in­flusst die Form. Beschädi­gun­gen durch Tiere, Men­schen oder Natur­ereignisse (z. B. Blitzein­schläge, Sturm) kön­nen die Wuchs­form verän­dern.

Die typ­is­che Form eines Laub­baums ist also das Ergeb­nis eines kom­plex­en Zusam­men­spiels von inneren (genetis­chen) und äußeren (Umwelt-)Faktoren.

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