Monat: Dezember 2024

Trockene Füße bevorzugt!

Viele Forst­bau­marten ver­tra­gen keine Staunässe oder dauer­haft nasse Böden, da solche Bedin­gun­gen den Gasaus­tausch in den Wurzeln ein­schränken und zu Wurzelfäule führen kön­nen. Hier sind einige Bau­marten, die empfind­lich gegenüber nassen Böden sind.

Bei den Laub­bäumen sind dies beispiel­weise die Rot­buche (Fagus syl­vat­i­ca); sie bevorzugt gut durch­läs­sige Böden und ist sehr empfind­lich gegenüber Staunässe. Oder auch die Hain­buche (Carpi­nus betu­lus); sie mag frische bis mäßig trock­ene Böden, aber keine stau­nassen Stan­dorte. Fern­er gibt es die Eiche (Quer­cus robur und Quer­cus petraea). Die Stiele­iche verträgt zeitweise Über­schwem­mung, aber Traubene­iche nicht. Auch der Spitza­horn (Acer pla­tanoides) bevorzugt tief­gründi­ge, gut drainierte Böden und verträgt keine dauer­haft nassen Wurzeln.

Bei den Nadel­bäu­men sind dies beispiel­weise die Fichte (Picea abies); ist sehr empfind­lich gegenüber Staunässe und bevorzugt frische bis mäßig trock­ene Böden. Fern­er ken­nen wir die Kiefer (Pinus sylvestris); sie mag trock­ene bis frische Böden und verträgt auch keine Staunässe. Auch die Tanne (Abies alba) hat ein Prob­lem mit Staunässe. Sie benötigt frische, aber gut durch­läs­sige Böden und lei­det auf nassen Stan­dorten.

Wenn der Boden an einem Stan­dort dauer­haft nass ist, sind feuchtere­sistente Bau­marten wie Erlen (Alnus gluti­nosa), Eschen (Frax­i­nus excel­sior) oder Pap­peln (Pop­u­lus spp.) bess­er geeignet. Auch die Wei­de (Sal­ix spp.) kann gut auf nassen Böden gedei­hen.

Soll­test man für eine Auf­forstung pla­nen, ist es wichtig, eine Bode­n­analyse durchzuführen, um die Stan­dorteigen­schaften opti­mal zu berück­sichti­gen.

Wer ist der stärkste im ganzen Land?

Die dick­sten Baum­stämme in Deutsch­land erre­ichen beein­druck­ende Durchmess­er, je nach Bau­mart und Alter. Die stärk­sten Bäume sind oft alte, naturgeschützte Exem­plare, die über Jahrhun­derte gewach­sen sind.

Die tausend­jährige Eiche von Rei­th bei Edels­feld (Bay­ern): Dieser Baum hat einen Stam­mum­fang von etwa 14,50 Metern, was einen Durchmess­er von unge­fähr 4,6 Metern ergibt. Fern­er ken­nen wir die dicke Marie (Berlin): Diese über 800 Jahre alte Eiche hat einen Stam­mum­fang von etwa 6,60 Metern (Durchmess­er ca. 2,1 Meter). Oder auch die Ive­nack­er Eichen (Meck­len­burg-Vor­pom­mern): Eine der stärk­sten Eichen hat einen Umfang von etwa 11 Metern (Durchmess­er ca. 3,5 Meter).

Die Maße vari­ieren je nach Messhöhe (zum Beispiel Brusthöhe oder Basis des Stamms). Solche Gigan­ten sind sel­ten und ste­hen oft unter Naturschutz.

Der Wolf alleine wird es nicht richten!

Der Wolf ist zweifel­sohne ein faszinieren­des Raubti­er und in vie­len Regio­nen Deutsch­lands seit der Jahrtausendwende ein fes­ter Bestandteil des Ökosys­tems. Ent­ge­gen der Mei­n­ung viel­er Wolfs­fre­unde kann der Wolf allein die Prob­leme eines zu hohen Wildbe­standes nicht lösen. Ursäch­lich hier­für ist u.a. die Pop­u­la­tions­dy­namik des Wolfes. Wölfe benöti­gen große Ter­ri­to­rien (100–300 km² pro Rudel). In Gebi­eten mit hohem Wildbe­stand kön­nen nur begren­zt viele Wölfe leben, da sie sich gegen­seit­ig nicht tolerieren. Der Auf­bau ein­er sta­bilen Wolf­spop­u­la­tion dauert Jahre, und ihre Ver­mehrung ist begren­zt. Daher kann die Anzahl der Wölfe oft nicht schnell genug auf eine stark wach­sende Wild­pop­u­la­tion reagieren.

Die Bevorzugte Nahrung des Wolfes sind  leicht zu erlegende Beutetiere, oft junge, kranke oder alte Tiere. Das hil­ft, die Gesund­heit der Wildbestände zu verbessern, reg­uliert aber nur mar­gin­al deren Gesamtzahl.

In Mit­teleu­ropa bevorzu­gen Wölfe Rehe und Rotwild, während Schwarzwild weniger stark bejagt wird, da diese wehrhaft und schw­er­er zu erlegen sind.

Klimabe­d­ingt gibt es nahezu über­all ein Überange­bot an Nahrung für Wildtiere; dies sorgt trotz Wolf für hohe Wild­dicht­en.

Nahezu über­all kommt es in der Land­wirtschaft zu Über­grif­f­en durch Wölfe – sie greifen trotz hohem Wildbe­stand Nutztiere an, was zu Kon­flik­ten mit Land­wirten und Nutztier­hal­tern führt. Diese Kon­flik­te schränken die Akzep­tanz des Wolfes nicht zu Unrecht ein.

Ohne Ein­schränkung ist die Jagd das wichtig­ste unab­d­ing­bare Werkzeug, um Wildbestände zu reg­ulieren und einen kli­masta­bilen Wald zu gewährleis­ten. Wölfe kön­nen das Prob­lem nicht so  lösen, wie es men­schliche Jäger kön­nen.

Der Wolf kann Wildbestände auf natür­liche Weise bee­in­flussen und gesund erhal­ten, aber sie sind keine “All­heilmit­tel” für ein Über­pop­u­la­tion-Prob­lem. Eine effek­tive Lösung erfordert ein Zusam­men­spiel von natür­lich­er Raubtier­reg­u­la­tion, men­schlichem Wild­man­age­ment und ökol­o­gis­chen Anpas­sun­gen, um langfristig ein Gle­ichgewicht zu erre­ichen.

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