Monat: November 2024

Wir lieben & leben Dauerwald!

Der Dauer­wald und der Alter­sklassen­wald sind zwei völ­lig kon­träre Bewirtschaf­tungs­for­men der Wald­wirtschaft, die jew­eils andere Ziele und Vorge­hensweisen ver­fol­gen. Der Dauer­wald zeich­net sich durch eine kon­tinuier­liche Wald­be­wirtschaf­tung aus, bei der keine Kahlschläge durchge­führt wer­den. Ziel ist es, einen natur­na­hen, mehrschichti­gen Wald zu fördern, in dem Bäume unter­schiedlichen Alters und ver­schieden­er Arten nebeneinan­der wach­sen. Im Dauer­wald wird selek­tiv geern­tet, indem einzelne Bäume oder kleinere Grup­pen ent­nom­men wer­den, während die Struk­tur des Waldes als Ganzes erhal­ten bleibt, man kön­nte es als Cher­ry pick­ing beze­ich­nen! Diese Meth­ode unter­stützt die Boden­frucht­barkeit, erhöht die Resilienz gegen Schädlinge und Stürme und fördert die Bio­di­ver­sität. Dauer­wald­wirtschaft eignet sich gut, um Wälder ökol­o­gisch nach­haltig und gle­ichzeit­ig wirtschaftlich zu nutzen.

Der Alter­sklassen­wald wird in gle­ichal­tri­gen Bestän­den bewirtschaftet, oft mit nur ein­er oder weni­gen Bau­marten. Hier erfol­gt die Bewirtschaf­tung meist in fes­ten Umtrieb­szeit­en: Die Bäume wer­den in einem bes­timmten Alter in einem Kahlschlag geern­tet und danach großflächig neu aufge­forstet. Diese Meth­ode führt zu einem ein­heitlichen Alter­sauf­bau, bei dem der Wald in gle­ichal­tri­gen Schicht­en her­an­wächst. Der Alter­sklassen­wald wird vor allem für die indus­trielle Holzpro­duk­tion genutzt, da er eine gle­ich­mäßige Ver­sorgung mit Holz gewährleis­tet. Diese Bewirtschaf­tungs­form kann jedoch die ökol­o­gis­che Vielfalt ein­schränken und ist anfäl­liger für Schädlinge und Sturmereignisse.

Zusam­menge­fasst kann man sagen, das der Dauer­wald natur­nah, vielfältig in Struk­tur und Art, nach­haltig und resilient ist.  Der Alter­sklassen­wald hinge­gen gle­ichal­trig, oft monokul­turell, ertrag­sori­en­tiert und weniger ökol­o­gisch sta­bil ist.  Bei­de Bewirtschaf­tungs­for­men haben Vor- und Nachteile, je nach wirtschaftlichen Zie­len und ökol­o­gis­chen Anforderun­gen – Gewin­ner ist aber fast immer der Dauer­wald!

Verbissgutachten als Ultima Ratio?

Bekan­ntlich sind Ver­bissgutacht­en im Forstwe­sen essen­ziell, da sie helfen, den Ein­fluss von Wildtieren auf die Veg­e­ta­tion zu bew­erten. Diese Gutacht­en analysieren u.a., wie stark Pflanzen durch Wild­ver­biss geschädigt wer­den. Der Zweck beste­ht darin, den Zus­tand und die Zukun­ft der Naturver­jün­gung zu sich­ern und nach­haltig zu gestal­ten. Ziel ist eine nach­haltige Naturver­jün­gung ohne Gat­ter und Zäune und ide­al­er­weise Aufzucht ohne Schutzhüllen. Ein zu hoher Ver­biss führt dazu, dass bes­timmte Bau­marten – beson­ders die wirtschaftlich wichti­gen – nicht aus­re­ichend nachwach­sen, was langfristig die Waldbestände und deren Bio­di­ver­sität gefährdet. Fern­er zeigen solche Gutacht­en im Detail, welche Bau­marten beson­ders stark betrof­fen sind. So kön­nen Forstwirte gezielt Maß­nah­men ergreifen, um eine aus­ge­wo­gene Arten­vielfalt zu fördern und das ökol­o­gis­che Gle­ichgewicht im Wald zu bewahren.

Was wirk­lich hil­ft? Wildbe­stand­sreg­ulierung; eigentlich ganz ein­fach! Wenn zu viel Ver­biss auftritt, deutet dies meist auf eine zu hohe Wild­dichte hin. Die Ergeb­nisse der Ver­bissgutacht­en kön­nen daher als Grund­lage dienen, um Abschuss­pläne zu opti­mieren und eine Bal­ance zwis­chen Wildbe­stand und Waldwach­s­tum herzustellen. Abschuss­pläne ohne eine solche Analyse basieren auf Bench­marks die das indi­vidu­elle Habi­tat über­haupt nicht berück­sichti­gen.

Auch die langfristige Forstpla­nung auf der Eigen­tümer­seite braucht Ver­bissgutacht­en. Ver­bissgutacht­en helfen, die Bewirtschaf­tung des Waldes bess­er zu pla­nen — wer­den Schä­den frühzeit­ig erkan­nt, kön­nen geeignete Maß­nah­men ergrif­f­en wer­den.

Ins­ge­samt sind Ver­bissgutacht­en also ein wichtiges Instru­ment, um die Gesund­heit und Sta­bil­ität des Waldes zu gewährleis­ten und eine nach­haltige Forstwirtschaft sicherzustellen. Ver­bissgutacht­en sind ein unverzicht­bares Mon­i­tor­ing- und Steuerungsin­stru­ment für ein aus­ge­wo­genes Wald-Wild-Ver­hält­nis. Beson­ders wichtig ist, das diese Gutacht­en in regelmäßig wiederkehren­den Inter­vallen erstellt wer­den, um etwaige Änderun­gen nachvol­lziehen zu kön­nen.

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