Monat: Oktober 2024

Drohneneinsatz bei der Jagd?

Jed­er mag da seine eigene Sicht der Dinge haben aber ich halte den Ein­satz von Drohnen bei der Jagd aus ethis­chen, ökol­o­gis­chen und tier­schutzrechtlichen Grün­den für äußerst prob­lema­tisch und sehe ein Ver­bot, wie es das Lan­des­jagdge­setz in Meck­len­burg Vor­pom­mern hat, für drin­gend notwendig. Mein­er Mei­n­ung nach soll­ten Drohnen auss­chließlich für die Kitzret­tung erlaubt sein; hier leis­ten Drohnen-Piloten jedes Jahr her­vor­ra­gende Arbeit und ret­ten unzäh­li­gen Kitzen das Leben. Auch bei der Eval­u­a­tion von Wildbestän­den kann die Drohne eine große sin­nvolle Hil­fe sein.
Doch bei der nor­malen Jag­dausübung sollte hier ein strick­tes Ver­bot auf Bun­de­sebene unser aller Ziel sein — Drohnen bieten einen unfairen Vorteil, da sie Wildtiere müh­e­los aus der Luft ver­fol­gen und lokalisieren kön­nen, was zu ein­er mehr als unethis­chen Jagd führt. Nur weil der ein oder andere Jäger auf natür­liche Weise “nichts an den Boden bekommt” müssen wir nicht deren Unfähigkeit durch High­tech wettmachen. Der Entwurf für das neue Jagdge­setz in Rhein­land-Pfalz sieht aktuell lei­der kein all­ge­meines Ver­bot für Drohnen bei der Jag­dausübung vor. Warum nicht? Wieso hat man dieses wichtige The­ma nicht berück­sichtigt?

“Einfach über den Dingen stehen” — Sind Klettersitze bei der Jagd wirklich hilfreich?

Copyright: A. Zingsheim

Nicht zulet­zt durch den Kli­mawan­del nimmt die Anzahl an Kalamitäts­flächen auch in unser­er Region immer mehr zu. Das heimis­che Schalen­wild, allen voran das Rehwild find­et in diesen Brombeer-Höllen ide­ale Bedin­gun­gen vor. Die Jagd von Ansit­zleit­ern, Böck­en und Kanzeln aus wird zunehmend schwieriger. Die Jagdein­rich­tun­gen müssen aufwendig vor Ort gebracht und aufgestellt wer­den und nach weni­gen Monat­en sind sie durch die Naturver­jün­gung nicht mehr opti­mal zu nutzen. Auch das Wild ver­ste­ht schnell, dass von den klas­sis­chen Jagdein­rich­tun­gen eine Gefahr aus­ge­ht und mei­det diese.

Eine Lösung kann hier der Klettersitz/ Tree­stand (ursprünglich von den Bogen­schützen in den USA genutzt) sein. Die Dinger sind bei der Jagd beson­ders genial, weil sie dem Jäger einige entschei­dende Vorteile bieten, die klas­sis­che Hochsitze oder Ansit­zleit­ern nicht haben:
a) Die Mobil­ität: Mit einem Klet­ter­sitz ist der Jäger flex­i­bel und kann seinen Stand­punkt schnell wech­seln. Das ist ide­al, um sich an das Wild anzu­passen und die besten Posi­tio­nen auszunutzen.
b) Leise und unauf­fäl­lig: Da der Klet­ter­sitz in der Regel am Baum befes­tigt und hochge­zo­gen wird, ist er leis­er als viele herkömm­liche Hochsitze. Durch die Höhe ist der Jäger zudem bess­er ver­steckt und hat eine gerin­gere Wahrschein­lichkeit, von Tieren ent­deckt zu wer­den.
c) Höhen­ver­stell­barkeit: Mit einem Klet­ter­sitz kann der Jäger die Höhe je nach Sit­u­a­tion und Gelände anpassen, was eine größere Sichtweite und opti­male Schuss­winkel ermöglicht.
d) Ein­fache Mon­tage: Klet­ter­sitze sind leicht zu trans­portieren und ein­fach am Baum zu mon­tieren. Sie sparen Zeit und Aufwand im Ver­gle­ich zum Auf­bau eines Hochsitzes.
e) Kom­fort: Mod­erne Klet­ter­sitze sind ergonomisch gestal­tet und oft gepol­stert, was den Jägern auch bei län­geren Ansitzen Kom­fort bietet.

Ins­ge­samt kom­biniert der Klet­ter­sitz Mobil­ität und Kom­fort, was ihn zu einem opti­malen Begleit­er für flex­i­ble und effiziente Jagdmeth­o­d­en macht.

Wildfleisch aus Australien vs. heimisches Wildbret

Mit Schreck stellt man nach ein wenig Recherche fest, dass Deutsch­land in Sachen Wild­fleisch als  Net­toim­por­teur beze­ich­net wer­den kann; soll heißen es wird nicht wenig Wild­fleisch aus Län­dern wie Argen­tinien, Aus­tralien etc. nach Deutsch­land importiert. Macht das Sinn? In Deutsch­land wur­den im Jagd­jahr 2022/2023 etwa 398.000 Stück Schwarzwild,  1,1 Mil­lio­nen Rehe und ca. 148.000 Stück Rot- & Damwild erlegt (Jagdsta­tis­tik des Deutschen Jagdver­ban­des). Macht es da wirk­lich Sinn, in der anste­hen­den Wei­h­nacht­szeit Wild beim Dis­counter vom anderen Ende der Welt zu kaufen? Nicht wirk­lich, oder? Nahezu jedes Forstamt (https://www.wald-und-holz.nrw.de/shop/wildfleisch) biete saison­al erstk­las­sige Wild­spezial­itäten aus heimis­chen Wäldern an; alter­na­tiv ein­fach den lokalen Jäger ansprechen — die beißen nicht!

Tagung am 29.10.2024: Wohin mit meinem Jagdrecht? Alternative “Eigenbewirtschaftung”

Seit den mas­siv­en Trock­en­schä­den und Kalamitäten stellen immer mehr Waldbe­sitzer und Jagdgenossen die Frage, wie sie die Wieder­be­wal­dung ihrer Flächen erre­ichen und den wirtschaftlichen und ökol­o­gis­chen Ruin ver­hin­dern kön­nen. In dieser Tagung für betra­cht­en wir das The­ma “Eigen­be­wirtschaf­tung” aus ver­schiede­nen Blick­winkeln. 

Beispiele aus der Prax­is, Hand­lung­sop­tio­nen, Erfahrungs­berichte, Aus­tausch und eine Exkur­sion in ein eigen­be­wirtschaftetes Revi­er. Pro­gramm:

Ver­anstal­ter: Ökologsich­er Jagdvere­in NRW, Gemein­de­waldbe­sitzerver­band NRW, Arbeits­ge­mein­schaft Naturgemäße Wald­wirtschaft NRW, Deutsch­er Forstvere­in NRW 

—————————————-VORTRÄGE——————————————–

Erfordernisse an die Jagd im Kli­mawan­del
Dr. Ralf Peter­cord (Min­is­teri­umfür Land­wirtschaft und Ver­brauch­er­schutz NRW; Abteilung Wald­bau, Kli­mawan­del im Wald, Holzwirtschaft)

Wech­sel in die Eigen­regiebe­ja­gung — Führen Sie Regie!
Uli Oster­held (Geschäfts­führer Pro­Jagd­konzept)

Regie­jagd im Baukas­ten­sys­tem? Beispiele aus Süd­ddeutsch­land
Luisa Kurzen­häuser (Hochschule Forst Rot­ten­burg)

Jagd in die eige­nen Hände nehmen. Beispiele aus NRW 
Frank Chris­t­ian Heute (Wildökolo­gie-Heute), Gabriel von dem Buss­che (Forst­be­trieb Schloss Neuen­hof)

Aus der Prax­is: Regiebe­ja­gung in Win­gen­bach und Bur­bach
Torsten Dörm­bach (Dipl.Ing Wald und Forstwirtschaft FH, Jagdgenossen­schaft Win­gen­bach), Christo­pher Förster (Waldgenossen­schaft Bur­bach).

Exkur­sion in die Wald­flächen der Jagdgenossen­schaft Win­gen­bach (mit Bus­trans­fer)

ENDE 16.30 Uhr
Rück­kehr zum Tagung­sort: gegen 16.45 Uhr

Die Teil­nahme und Bus­trans­fer sind kosten­los.
Tagungs­getränke und Mit­tagsim­biss gegen frei­willi­gen Obo­lus. 

Wenn mal wieder der Baum brennt!

Auch dieses Jahr hat es in Deutsch­land und vor allem in Ost-Deutsch­land wieder große Wald­brände gegeben. Bekan­ntlich spielt der Kli­mawan­del hier eine entschei­dende Rolle bei der Ver­schär­fung der Wald­brandge­fahr. Höhere Tem­per­a­turen und län­gere Trocken­zeit­en führen dazu, dass sich Brände schneller aus­bre­it­en und schw­er­er zu kon­trol­lieren sind. Ein span­nen­des Forschung­steam, beste­hend aus acht Ver­bund­part­ner ver­schieden­er Diszi­plinen arbeit­et bei PYROPHOB zusam­men an diesem The­ma. Auf ver­bran­nten Wald­flächen erforschen sie in einem riesi­gen “Frei­land­la­bor” die Auswirkun­gen des Feuers auf das Ökosys­tem. Mega span­nend, wie ich finde: https://www.pyrophob.de/

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